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„Man hat uns vergessen“: Ehemaliger Waldbühnen-Förderverein enttäuscht von der Stadt Northeim

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Von: Kathrin Plikat

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Nur noch Schrauben: Das Schild, das der Förderverein 2009 an der Waldbühne angebracht hat, ist verschwunden. Henning Dietrich war darüber in dieser Woche „sehr überrascht“.
Nur noch Schrauben: Das Schild, das der Förderverein 2009 an der Waldbühne angebracht hat, ist verschwunden. Henning Dietrich war darüber in dieser Woche „sehr überrascht“. © Kathrin Plikat

Er habe sich natürlich sehr gefreut, dass die Wiederbelebung der Northeimer Waldbühne am vorigen Wochenende mit den beiden Großkonzerten von Johannes Oerding und Rea Garvey so gut funktioniert hat, sagt Henning Dietrich. Trotzdem ist der Northeimer auch enttäuscht.

Northeim - Dietrich hatte im Jahr 2000 zusammen mit dem früheren Northeimer Eiscafé-Betreiber Corrado „Conrad“ di Liello den Förderverein zur Rettung der Waldbühne gegründet – mit großem Erfolg.

Mit über 220.000 Euro an eingeworbenen Spenden und der Anschubfinanzierung durch die Volksbank habe die damals komplett brach liegende Northeimer Waldbühne bis 2009 saniert werden können. „Fakt ist: Ohne den Förderverein würde auf der Waldbühne heute kein Konzert stattfinden“, sagt Dietrich.

Der Verein habe unter anderem die Überdachung und Vergrößerung der Bühne finanziert, außerdem die Umzäunung des Areals errichten lassen und mit über 700 Stück einen Großteil der Sitzbänke erneuern lassen. Von der Klosterkammer und Northeimer Firmen habe es ebenfalls große Unterstützung gegeben.

Dietrich und viele seiner damaligen Mitstreiter – der Förderverein zählte 150 Mitglieder – könnten daher nicht verstehen, dass jetzt, als die Stadt Northeim mit Bürgermeister Simon Hartmann an der Spitze sich stolz mit dem Veranstalter Living Concerts aus Hannover in der Öffentlichkeit als Retter der Waldbühne präsentierten, der Förderverein Waldbühne und dessen Arbeit nicht mit einem einzigen Wort erwähnt worden sei. „Ich glaube, wir sind einfach in Vergessenheit geraten“, sagt Dietrich.

Hinzu kommt, dass das Erinnerungsschild, das 2009 vom Förderverein quasi als letzte Amtshandlung an der Waldbühne angebracht worden war, verschwunden ist. Nur noch die Schrauben sind heute dort zu finden. „Schade eigentlich“, sagt Dietrich. Er glaube nicht, dass das Schild gestohlen wurde. „Vielleicht hat die Stadt es abgeschraubt und einfach vergessen, uns Bescheid zu sagen.“ Trotzdem würde er gern wissen, wo das Schild abgeblieben ist.

Im Jahr 2009 hatte sich der Förderverein Waldbühne aufgelöst. Dietrich: „Wir hatten unsere Arbeit getan und die Waldbühne wieder hergerichtet.“ Gern erinnert er sich an tolle Konzerte, darunter Opernsänger Semino Rossi oder die Schlagerveranstaltungen mit einer damals noch unbekannten Helene Fischer, mit Roland Kaiser, Hansi Hinterseer oder DDR-Schlagerstar Ute Freudenberg.

Dass die Waldbühne allerdings schon wenige Jahre später wieder in den Tiefschlaf gefallen ist und nach und nach wieder verfiel, darauf hatte der Förderverein laut Henning Dietrich dann keinen Einfluss mehr: „Aber vielleicht hätten sich die Verantwortlichen einfach nur ein bisschen besser kümmern sollen.“

Der Northeimer kündigt an, dass er und seine damaligen Mitstreiter jetzt „mit großem Interesse“ beobachten werden, wie es mit der schönen Northeimer Waldbühne am Gesundbrunnen weitergeht. (kat)

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