Göttingen

Mann soll Kind über 10 Jahre sexuell missbraucht haben

Landgericht Göttingen Gebäude mit Amtsgericht, Arbeitsgericht Justizgebäude
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Das Justizgebäude in Göttingen: Hier ist auch das Landgericht. (Symbolbild)

In Göttingen muss sich ein Mann vor Gericht verantworten, der wegen schweren Missbrauchs von Kindern angeklagt ist. Es ist nicht seine erste Anklage. 

Northeim/Göttingen – Ein bereits wegen mehrfachen Kindesmissbrauchs verurteilter 59-jähriger Mann aus Northeim muss sich seit Montag wegen weiterer Sexualstraftaten vor dem Landgericht Göttingen verantworten.

Die Staatsanwaltschaft wirft dem Angeklagten vor, über einen Zeitraum von mehr als zehn Jahren mehrfach ein Mädchen missbraucht zu haben, das zu den betreffenden Tatzeiten zwischen acht und 19 Jahren alt war. Der Anklage zufolge soll er diese Taten zwischen Sommer 2004 und Juli 2015 begangen haben. Außerdem soll er ein weiteres Mädchen missbraucht haben, das damals drei oder vier Jahre alt war.

Zu Beginn des Prozesses schloss die Kammer noch vor Verlesung der Anklage die Öffentlichkeit aus, um die schutzwürdigen Interessen der Opfer zu wahren. Erst zur Urteilsverkündung will das Gericht die Öffentlichkeit wieder zulassen.

Angeklagter einschlägig vorbestraft

Der Angeklagte ist bereits einschlägig vorbestraft und sitzt derzeit in der Justizvollzugsanstalt Rosdorf (Kreis Göttingen) eine mehrjährige Haftstrafe ab. Das Landgericht Göttingen hatte den 59-Jährigen, der selbst sieben Kinder hat, im Mai 2017 wegen schweren sexuellen Missbrauchs von Kindern und Herstellung von kinderpornografischen Schriften zu einer Freiheitsstrafe von sechs Jahren verurteilt. Damals hatten sowohl die Staatsanwaltschaft als auch die Verteidigung auf Rechtsmittel verzichtet, sodass das Urteil sofort rechtskräftig wurde.

Die Kammer hielt es am Ende des damaligen Prozesses für erwiesen, dass sich der Angeklagte in insgesamt sieben Fällen des Kindesmissbrauchs schuldig gemacht hat. Von einigen Taten hatte er auch Fotos und Videos angefertigt. Opfer waren zwei Mädchen im Alter von drei und sieben Jahren, die er aus seinem familiären Umfeld kannte.

Zu dem Strafverfahren war es gekommen, nachdem die Mutter eines der beiden Kinder den 59-Jährigen angezeigt hatte. Die Polizei hatte daraufhin die Ermittlungen aufgenommen. Im November 2016 wurde der Angeklagte festgenommen, seitdem sitzt er in Haft.

In dem ersten Prozess hatte eine Zeugin weitere Missbrauchsvorwürfe gegen den Angeklagten erhoben. Diese sind nun Gegenstand des jetzt angelaufenen zweiten Prozesses. Ein psychiatrischer Gutachter hatte damals dem Angeklagten bescheinigt, dass dieser psychisch gesund und voll schuldfähig sei.

Auch für diese Verhandlung hat das Gericht wieder einen psychiatrischen Sachverständigen hinzugezogen. Die Kammer hat zunächst sieben Verhandlungstermine bis Mitte September angesetzt. (Heidi Niemann)

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