Northeimer Marktschwärmerei vor dem Aus?

Vertriebsweg für regionale Produkte wird verhalten angenommen

Linda Armbrecht verkauft Rindfleisch aus ihrem Betrieb auf der Northeimer Marktschwärmerei.
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Linda Armbrecht verkauft Rindfleisch aus ihrem Betrieb auf der Northeimer Marktschwärmerei. (Archivfoto)

Die Northeimer Marktschwärmerei kommt nicht richtig in Schwung. Aktuell werde überlegt, wie und ob man sie in Northeim fortsetzen könne, berichtet Petra Oelkers, eine der Initiatorinnen, auf HNA-Nachfrage.

Northeim – Die Marktschwärmerei ist ein neuer Weg, regionale Produkte an den Verbraucher zu bringen. Sie fand inzwischen 24-mal in Northeim statt. Doch anders als in Göttingen, wo das Konzept ein voller Erfolg sei, sei die Resonanz in Northeim verhalten. Der aktuelle Standort zum Abholen der übers Internet bestellten Produkte und Klönen mit den Produzenten an der Bahnhofstraße sei nicht günstig, so Oelkers. Es fehle Licht und eine Überdachung. Man befände sich in Gesprächen, ob die Marktschwärmerei vielleicht am Gymnasium Corvinianum ihren Standort finden könnte, aber auch für andere Vorschläge sei man offen.

Wichtig sei für die Produzenten, dass die Marktschwärmerei wieder mehr genutzt würde. Anfangs seien bis zu 50 Kunden gekommen, inzwischen noch nicht mal mehr die Hälfte. Dafür lohne sich der Aufwand für die Produzenten nicht. Dann müsse darüber nachgedacht werden, eventuell nur eine Ausgabestelle einzurichten. Man habe zwar einen Kundenstamm von 400 Interessierten, berichtet Marie-Luise Kisters, vom Regionalen Erzeugerverband Südniedersachsen, die sich ehrenamtlich auch bei der Marktschwärmerei mit eingebracht hat, aber diese würden nicht bestellen. Warum das so ist, können sich Kisters und Oelkers nicht erklären, da die Marktschwärmerei ein unkomplizierter Weg sei, wirklich regionale Produkte direkt vom Erzeuger einzukaufen und das bequem vom Sofa aus. Aus dem Sortiment von 600 Artikeln kann man über marktschwaermer.de jeweils bis Mittwochabend bestellen. Die Ausgabe der Produkte erfolgt jede Woche freitags von 17 bis 18.30 Uhr am Stand der Erzeuger, Bahnhofstraße 1.

Hierbei besteht dann auch die Möglichkeit, sich mit den Erzeugern über ihre Produkte auszutauschen. Auch auf der Homepage gibt es Informationen zu den Produkten. „Transparenter und fairer kann man nicht regional einkaufen“, ist Oelkers überzeugt und betont, dass die Einnahmen komplett an die meist kleinen regionalen Erzeugerbetriebe gehen.

Als Konkurrenz zum Wochenmarkt sieht sie die Marktschwärmerei nicht. Eine Umfrage bei den Göttinger Kunden habe ergeben, dass Schwärmereikunden in der Regel keine Wochenmarkt-Kunden seien, sondern das Online-Einkaufen nutzen möchten. (Von Rosemarie Gerhardy)

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