Martinsgraben: Nur Baustraße ist beschlossen

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Bleiben erhalten: Die Kleingärten an der Matthias-Grünewaldstraße. Foto: hubert jelinek

Northeim – Der umstrittene Endausbau des Northeimer Martinsgrabens ist noch keine beschlossene Sache.

Das teilte die Northeimer Stadtverwaltung auf HNA-Anfrage mit, nachdem in der jüngsten Sitzung des Northeimer Bauausschusses eine entsprechende Frage der ehemaligen Northeimer CDU-Ratsfrau Frigga Weiß-Ziörjen nicht beantwortet werden konnte.

Lediglich für den Teilausbau des Martingsgrabens zu einer Baustraße liegt laut Verwaltung ein entsprechender Beschluss des Verwaltungsausschusses vor. Die Fertigstellung der Straße sei aber erst nach weiteren entsprechenden Beschlüssen der politischen Gremien möglich, so die Verwaltung.

Der Rahmenplan für die Entwicklung des gesamten Neubaugebietes am südlichen Rand Northeims (wir berichteten) stand in der jüngsten Sitzung des Northeimer Rates auf der Tagesordnung und wurde auf Antrag der Gruppe CDU/Grüne lediglich zur Kenntnis genommen. CDU und Grüne hatten den Verzicht auf einen endgültigen Beschluss damit bebegründet, dass der Rat bei der weiteren Entwicklung des Neubaugebietes flexibler auf aktuelle Veränderungen reagieren könne. Die Gruppe verwies dazu auf das Stadtentwicklungskonzept der Stadt Northeim, das der Rat aus dem gleichen Grund vor neun Jahren nur zur Kenntnis genommen und nicht beschlossen hatte.

Zustimmung gab es jedoch für einige Änderungen im Rahmen der Bürgerbeteiligung. So sollen die Kleingartenanlagen, die im dritten Bauabschnitt überplant werden sollten, aus dem Geltungsbereich des Rahmenplans herausgelöst werden. Auch die ursprünglich angedachte Ansiedlung eines Lebensmittelmarktes und eines Ärztehauses soll nicht weiter verfolgt werden. Darüber hinaus soll die vorhandene Kastanie im Bereich Martingsgraben/Sudheimer Straße erhalten bleiben.

Nicht berücksichtigt wurden hingegen Einwände von Anwohnern, die sich gegen den Endausbau des Martinsgrabens ausgesprochen und Alternativ-Vorschläge zur Gestaltung des neuen Wohngebietes unterbreitet hatten. Bereits vor einem Jahr hatte es dazu eine Unterschriftenaktion von Anwohnern des südlichen Wieterviertels gegeben. 

„Ich finde es schade, dass unser Alternative zur Planung des Neubaugebietes nicht berücksichtigt wird“, sagt Hervé Lopez, der die Unterschriftenaktion gegen die Öffnung des Martingsgrabens im August des vergangenen Jahres mit initiiert hatte. „Und ich bin enttäuscht darüber, dass unser Vorschlag in den politischen Gremien nicht einmal diskutiert wurde.“ 

Nach Einschätzung Lopez', der bei der Stadt Göttingen in der Stadtplanung tätig ist, wäre es kostengünstiger für die Stadt Northeim, auf den Ausbau des Martingsgrabens als Erschließungs- und Sammelstraße zwischen Sudheimer Straße und Freiherr-vom-Stein-Straße zu verzichten und stattdessen den zweiten Bauabschnitt über eine weiter südlich anzulegende Straße beidseitig zu erschließen.

 „Die Refinanzierung der Erschließungskosten wäre zeitnah mit den Grundsstückskäufen möglich“, ist Lopez überzeugt und gibt zu bedenken, dass die Kosten für den Ausbau des Martinsgrabens erst abgerechnet werden könnten, wenn die neue Straße endausgebaut sei. Weiter südlich könnte der Investor die Straße erstellen und nach Fertigstellung der Stadt Northeim übergeben. Ein weiterer Vorteil wäre, dass der Bereich und damit das gesamte Wieterviertel für möglichen Durchgangsverkehr unattraktiver wäre. 

Lopez appelliert an die politisch Verantwortlichen, dies bei den noch ausstehenden Beschlüssen zu berücksichtigen und noch einmal über den Endausbau des Martingsgrabens nachzudenken. Die Lage einer Straße sei im Flächennutzungsplan eben nicht verortet, so wie es von einem einzelnen Ratsherren behauptet werde.

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