Masern: Impfrate in Northeim zu niedrig

Northeim. Seit Beginn des neuen Jahres wurden in Niedersachsen 27 Masernfälle gemeldet. 2011 wurden die jüngsten Fälle in Northeim bekannt.

Die Impfrate im Kreis ist zu niedrig. In 19 der 27 Fälle brach die Krankheit in Familien aus, die in den vergangenen Monaten aus Bosnien Herzegowina und Serbien eingereist sind. Im Landkreis Northeim wurden die jüngsten Fälle 2011 gemeldet.

Für die Bevölkerung besteht laut dem Landesgesundheitsamt nur ein geringes Risiko, sich mit der Krankheit anzustecken. Bei der Schuleingangsuntersuchung im Jahr 2013 wurde festgestellt, dass 96,7 Prozent der Kinder mindestens einmal gegen Masern geimpft waren. 93,5 Prozent waren zweimal gegen die Krankheit geimpft.

Unter dem Landesdurchschnitt liegt allerdings die Impfrate im Landkreis Northeim. 2012 lag diese bei 95 Prozent bei den Einmalimpfungen, 2013 bei 95,5 Prozent. Zweimal waren 2013 91,6 Prozent der Kinder immunisiert, teilt Landkreis-Sprecherin Claudia Hiller auf HNA-Anfrage mit. „Ein Durchimpfungsgrad von über 95 Prozent für zwei Impfungen ist das Ziel, um eine ausreichende Ausbreitungsbarriere zu erreichen.“ Die Quote solle daher weiter gesteigert werden.

Dafür spricht sich auch die Kinderärztin Dr. Barbara Linke-Rumann aus Northeim aus. Gerade die zweite Impfung werde oft vernachlässigt. „Man spricht immer von einer Kinderkrankheit. Das führt dazu, dass viele die Krankheit nicht richtig ernst nehmen.“ Dabei sei mit Masern nicht zu spaßen. „Eine Infektion kann zu schweren Komplikationen führen.“ Beispielsweise könne eine Gehirnentzündung einher gehen, die bleibende Hirnschäden verursachen kann.

Jeder, der nach 1970 geboren wurde, solle prüfen, ob eine zweite Impfung vorhanden ist. Nur dann bestehe ein ausreichender Schutz. Die Impfung führt laut der Ärztin nur sehr selten zu Nebenwirkungen, wie leichtem Ausschlag und Kopfschmerzen.

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