Wegen hoher Corona-Infektionszahlen

Schulen im Kreis Northeim setzen auf Distanz

Das Bild zeigt die Grundschule in Uslar.
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Die Grundschule in Uslar beschult 250 Schülerinnen und Schüler.

Dass die Schulen bundesweit und damit auch in Niedersachsen wegen der aktuell hohen Corona-Infektionszahlen nach dem Ferienende nicht wieder voll in den Präsenzunterricht gehen, wird von Schulleitern im Kreis Northeim begrüßt.

Northeim - „Ich finde das absolut richtig wegen der Infektionslage, denn die Sicherheit der Schülerinnen und Schüler und unserer Lehrkräfte geht vor“, sagt zum Beispiel der Leiter des Gymnasiums Corvinianum in Northeim, Christoph Dönges, auf HNA-Nachfrage.

Das sogenannte Szenario C mit Distanzlernen zu Hause habe man ja im Frühjahr schon einmal über längere Zeit erfolgreich umgesetzt, fährt er fort. Und das werde auch jetzt wieder unproblematisch bis zum Schulhalbjahresende am 29. Januar so laufen.

Christoph Dönges, Leiter Gymnasium Corvinianum Northeim

Das Homeschooling laufe im Corvi über die Lernplattform Moodle und die Videokonferenz-Plattform BBB. Letztere ermögliche die zeitgleiche Online-Verbindung zu allen Schülern einer Klasse, wobei die Lehrerin oder der Lehrer die Schüler auch von Zuhause aus erreichen und unterrichten kann. Dönges: „Das ist auch insofern wichtig, als dass die Kindertagesstätten geschlossen bleiben und so unsere jungen Lehrkräfte, die kleine Kinder haben, diese zuhause auch betreuen können.“

Es sei sichergestellt, dass alle Schüler auch mit Geräten daheim ausgestattet sind, fährt der Schulleiter fort. Haushalte, die sich das finanziell nicht leisten konnten, seien kostenlos mit Pads versorgt worden, die es vom Landkreis gab. 40 Stück habe man ausgeteilt. Und es gebe weitere Geräte zum Ausleihen für zehn Euro im Monat.

Betroffen vom Homeschooling sind alle Klassenstufen mit Ausnahme der Abiturklassen, die sie auf die Abschlüsse vorbereiten.

Abitur-Jahrgang macht Präsenz-Unterricht

Letztere würden im Corvinianum nicht im Wechselmodell (Szenario B) mit geteilten Lerngruppen, sondern ab 11. Januar generell im Präsenzunterricht unterrichtet. Dönges: „Wegen des Kurssystems mit ständig wechselnden Kursen geht das nicht anders.“ Man habe aber dafür viel Platz, weil ja der Rest der Schule leer sei. Die Kurse würden in den größten Räumen wie zum Beispiel der Mensa und den Aulen laufen. Auch die vom Kultusministerium geforderte Notbetreuung für Schüler der Klassen 5 und 6 werde angeboten, so Dönges. Interessenten könnten sich dafür per E-Mail unter gymnasium@corvinianum.de anmelden.

Die rund 20 Lehrkräfte an der Grundschule Uslar hat die coronabedingte Neuverordnung des Landes nicht überraschend getroffen. Schuleiter Lars Woppowa sagte, es sei zwar organisatorisch eine Mehrarbeit, aber die Maßnahmen seien in jedem Fall notwendig.

Lars Woppawa, Leiter Grundschule Uslar

Bis zum 17. Januar gelte das Szenario C, was bedeutet, dass nach den Ferien ab Montag keine Schüler im Präsenzunterricht in der Schule sind und lediglich eine Notbetreuung stattfindet. In einer Dienstversammlung am Mittwoch per Internet wurde der Fahrplan festgelegt. Der Großteil der rund 250 Grundschüler erhält Arbeitsaufgaben per Internet (ISurf oder Anton-App) oder auch in Papierform. Etwa 30 Kinder seien nicht per Internet oder App zu erreichen.

In Grundschule ab 18. Januar Wechsel-Unterricht

Ab dem 18. Januar arbeite man dann unter dem Szenario B: Jeweils die halbe Klasse werde voraussichtlich im täglichen Wechsel in der Schule und Zuhause unterrichtet. Für einen parallelen Video-Unterricht, wie es optimal wäre, fehlen laut Woppowa die technischen Voraussetzungen.

Die Grundschule Uslar ist eine dreizügige „Verlässliche inklusive Schule“ mit einem Schulkindergarten. Im Regelbetrieb werden die Jungen und Mädchen montags bis donnerstags im offenen Ganztagbetrieb bis 15.30 Uhr mit Hausaufgabenbetreuung und einem warmen Mittagessen versorgt.

Kreiselternrat für Präsenzunterricht

„Bei unserer Umfrage im Dezember hat sich eine deutliche Mehrheit der Eltern dafür ausgesprochen, trotz Corona den Präsenzunterricht möglichst aufrechtzuerhalten“, sagt Hans-Joachim Kuba, Vorsitzender des Kreiselternrats. Die negativen Auswirkungen des Homeschoolings auf viele Familien und die damit verbundenen Folgen für die gesamte Gesellschaft seien bislang bei der Abwägung der Risiken aus Sicht der meisten Eltern von der Politik nicht ausreichend berücksichtigt worden.

 (Von Axel Gödecke und Jürgen Dumnitz)

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