Empörung in Angerstein

Mauer verschandelt Neubaugebiet in Nörten-Hardenberg

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Mauer, soweit das Auge reicht: Wenn Dr. Peter Herrmann im Garten sitzt, kommt er sich eingesperrt vor.

Angerstein. Im Angersteiner Neubaugebiet Auf der Worth zerstört ein aufgeschüttetes Grundstück mit hoher Stützmauer das harmonische Gesamtbild. Anwohner sind verärgert.

Das Neubaugebiet „Über der Worth“ am südlichen Ortsrand von Angerstein sieht auf den ersten Blick sehr harmonisch aus: Hanglage, viele schicke Häuser mit schönen Gärten. Doch plötzlich ist die Idylle vorbei. In der Straße am Grebenberg gibt es einen Fremdkörper, der überhaupt nicht ins Bild passt. Der erinnert irgendwie an die Berliner Mauer oder an einen Hochsicherheitstrakt.

„Es sieht aus, als wenn hier die Welt zu Ende ist“, sagt Dr. Peter Herrmann mit einem gequälten Lächeln und deutet auf die dreistöckigen Betonwände, die sich direkt vor seinem Haus meterhoch auftürmen.

Er und seine Frau Svetlana haben 2015 hier gebaut und sind 2016 von Göttingen in ihr neues Haus „Am Grebenberg 8b“ eingezogen. Da war noch alles in Ordnung. Doch als im August vergangenen Jahres mit den Bauarbeiten am oberhalb liegenden Grundstück begonnen wurden, fielen nicht nur die Herrmanns, sondern mit ihnen viele Nachbarn aus allen Wolken.

Schnell war klar, dass das hier geplante Haus nicht wie alle anderen harmonisch in die Hanglage eingebettet wird. „Massen von Erde und Kies wurden angefahren und mit schweren Geräten verdichtet, sodass bei vielen Anliegern die Gläser in den Schränken vibrierten“, erinnert sich Herrmann an die Anfänge und fügt hinzu: „Mit der Höhe des Erdbergs stieg auch unser Frust.“

Nur drei Meter hinter dem Haus beginnt die etwa fünf Meter hohe Mauer: Diese kuriose Konstruktion in Angerstein ärgert Dr. Peter Hermann und seine Frau Svetlana genauso wie Nachbarin Barbara Koppelwallner (Mitte). 

Proteste hatten im vergangenen zu einem Baustopp geführt, doch im Juni 2017 ging es weiter. Jetzt wurde der riesige Erdberg mit gewaltigen Winkelstützen ringsherum gesichert. „Seitdem blicken wir auf ein Bollwerk aus Beton.“ Und es wurde erneut ein Baustopp ausgesprochen.

Peter Herrmann und seine Frau und mit ihnen viele Anlieger, zum Beispiel Barbara Koppenwallner, sind mehr als aufgebracht über die aktuelle Situation.

Sie haben keinerlei Verständnis dafür, dass so etwas genehmigungsfähig sein könnte. „Das ist und bleibt ein totaler Fremdkörper“, sind sich die Anlieger einig, die bereits Unterschriften gegen dieses Projekt gesammelt haben.

Hier drauf soll gebaut werden: Das komplette Hanggrundstück ist mit Betonplatten eingefasst, die gleichzeitig die Grundstücksgrenze bilden.

Wie sie erfahren haben, will der Bauherr einen Bungalow errichten. Und da der in der Hanglage nicht realisierbar ist, wurde das Grundstück meterhoch aufgeschüttet, um eine gerade Ebene zu bekommen. „Wir alle können hier nur mit dem Kopf schütteln und hoffen darauf, dass der Landkreis diesem Irrsinn unterbinden wird.“ 

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