Mehr Badegäste am Northeimer Freizeitsee

Freibäder im Landkreis Northeim leiden wegen Coronaregeln unter Besucherschwund

Mehrere kleinere Menschengruppen sitzen verteilt auf einer Wiese vor einem See, im Hintergrund ist ein Wald am Seeufer zu sehen
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Beliebt bei Badegästen: Im Gegensatz zu den Freibädern zieht es die Menschen im Kreis Northeim an den Kiessee. Selbst am nicht gerade heißen Nachmittag gestern war die Liegewiese dort bevölkert.

Die Freibäder der Region beklagen mangelnde Besucherzahlen. Deren Höchstgrenzen, die in den Corona-Hygienekonzepten festgelegt sind, werden bei Weitem nicht erreicht. Am Northeimer Freizeitsee hingegen tummeln sich die Badefreudigen.

Landkreis Northeim - „Der Freizeitsee wird extrem gut angenommen“, berichtet DLRG-Vorsitzender Sven Guse. Viele Familien und auch Gruppen von Jugendlichen kommen, um den Tag am Freizeitsee zu genießen, sagt er. Dabei würden sich aber die Leute in der Regel in kleineren Gruppen an die Abstandsvorgaben halten. Aus Gesprächen wisse er, dass die Menschen lieber zum Kiessee gehen, statt sich dem umständlichen Anmeldeverfahren des Bergbads zu unterziehen. „Insbesondere Ältere sind damit auch überfordert“, sagt Guse.

Sven Guse, DLRG-Vorsitzender Ortsgruppe Northeim. (Archivfoto)

Die DLRG hat auch in diesem Jahr wieder ehrenamtlich die Badeaufsicht am Freizeitsee übernommen. „Wir versuchen, bei schönem Wetter da zu sein, aber das ist an unsere Kapazitäten gebunden“, so der Vorsitzende.

Freibäder in Northeim und Sudheim

Im Northeimer Bergbad und im Freibad Sudheim ist der Besuch verhalten. „Wir sind noch nicht bei 50 Prozent“, sagt der Sprecher der Stadtwerke, Lars von Minden, über die Auslastung des Bergbades und des Freibades Sudheim. In den drei Zeitabschnitten, die die SWN in beiden Bädern täglich anbieten, dürfen im Bergbad jeweils maximal 60 Gäste auf dem Gelände sein, davon 22 im Schwimmerbecken. In Sudheim sind es maximal 72 Badbesucher und 30 Schwimmer. Von Minden sieht die Coronaregeln wie das Einbahnstraßenschwimmen, aber auch das Wetter der vergangenen Wochen als Gründe für die geringen Besuchszahlen. Dabei ist der Kauf von Eintrittskarten vorher im Internet inzwischen nicht mehr Pflicht. Es gibt auch Karten an den Badkassen. Von Minden betont außerdem, dass, solange nur wenig Schwimmer im Wasser sind, die Schwimmmeister die Einbahnstraßenregelung auch aufweichen und einzelnen Schwimmern einzelne Bahnen zuweisen können, auf denen sie hin und her schwimmen dürfen.

Waldschwimmbad Düderode

Der Hygieneplan des Waldschwimmbads Düderode sieht vor, dass sich bis zu 300 Badegäste gleichzeitig dort aufhalten dürfen. Das sei aber noch nicht vorgekommen, berichtet Schwimmmeister Henri Turzer. An einem Tag wären 275 Badegäste gekommen, aber über die ganze Öffnungszeit verteilt.

„Der Rückgang ist schon extrem“, bedauert Turzer und hofft auf das kommende Wochenende mit sommerlichen Temperaturen. Gern könnten die Leute bei Unsicherheiten zum Badebetrieb vorab unter 0 55 53/13 36 anrufen. Im Schwimmbad würden unter anderem die Jugendlichen fehlen, als Grund nennt er, dass weiterhin ein Sprungverbot gelte. „Reines Bahnenschwimmen ist für die Jugendlichen langweilig“, so Turzer. Bei den Älteren hingegen käme das geordnete Schwimmen in Bahnen gut an, da sei schon nachgefragt worden, ob es beibehalten werden könne.

Moringer Flaakebad

Auch im Moringer Flaakebad wurden die zulässigen Kapazitäten von 250 Badegästen noch nicht ausgeschöpft, berichtet Bürgermeisterin Heike Müller-Otte. Insgesamt haben in dieser Saison erst 4055 Badegäste das Freibad besucht, das sind deutlich weniger als im Vorjahr. Dennoch sei es gut, gerade mit Blick auf die Sommerferien, dass das Flaakebad geöffnet habe.

Die Freibäder in Düderode und Moringen profitieren hingegen von dem Anmeldeverfahren der Schwimmbäder in Northeim und Sudheim. „Wir haben verstärkt Badegäste aus Northeim, die den unkomplizierten Eintritt zu schätzen wissen“, heißt es. Dennoch seien viele Menschen noch sehr zurückhaltend und vorsichtig, was einen Freibadbesuch angehe.

Burgbad Hardegsen

Die bisherige Bilanz für das Burgbad Hardegsen, das bereits am 25. Mai geöffnet wurde, wird von Stadtverwaltung als positiv bewertet – auch wenn bis jetzt aufgrund der Corona-Bedingungen weitaus weniger Badegäste gezählt wurden als im Vergleichszeitraum 2019. Trotz des bisher nicht so guten Badewetters sei das Burgbad bis zum 27. Juli von 6650 Personen besucht worden, teilt die Verwaltung mit. Im Vorjahr wurden bis zu diesem Zeitpunkt 20 546 Badegäste gezählt.

Der erstellte Pandemieplan und die damit verbundenen Hygieneregeln haben sich laut Stadtverwaltung bewährt und wurden von allen Beteiligten positiv aufgenommen. Die derzeit geltende Personengrenze von maximal 170 Besuchern sei nur selten erreicht worden. In diesen Fällen hätten Besucher jedoch auch nur einige Minuten warten müssen, bis andere das Bad verlassen hatten.

Von der Zufahrt vom Gießeturm aus ist die neue elektronische Anzeigentafel sichtbar. Dort findet man neben der Wassertemperatur und den Öffnungszeiten auch die Besucherzahl.

Zusätzlich informiert der Förderverein in den sozialen Medien über die aktuelle Besucherzahl, sobald sich diese der Höchstgrenze nähert. (Von Rosemarie Gerhardy, Olaf Weiss und Niko Mönkemeyer)

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