Mehr Bürokratie für den Umweltschutz

Blühstreifen: Diese Sonnenblumen sind im Rahmen eines Pilotprojekts der Südzucker AG an einem Rübenfeld bei Udenborn (Schwalm-Eder-Kreis) angepflanzt worden. Archivfoto:  Dellit

Northeim. Mit Beginn dieses Jahres ist für Landwirte die Bewirtschaftung ihrer nicht landwirtschaftlich genutzten Flächen komplizierter geworden.

Durch Einführung des sogenannten „Greenings“ müssen die Bauern sogar mit Einkommenseinbußen rechnen, weil EU-Förderprämien für ungenutzte Flächen nur noch in vollem Umfang gezahlt werden, wenn bestimmte Umweltleistungen erbracht worden sind.

Als „zu kompliziert, zu teuer und zu bürokratisch“ empfindet Hartmut Danne, Vorsitzender des Kreisbauernverbandes Northeim-Osterode, die neuen EU-Richtlinien. Er geht davon aus, dass es insbesondere im ersten Jahr erhebliche Schwierigkeiten geben wird. „Die Herbstsaat ist ja bereits in der Erde“, sagt Danne. Und da man bislang nur ins Blaue habe planen können, weil die konkreten Bestimmungen noch nicht feststanden, sei zu erwarten, dass viele Landwirte die komplizierten Auflagen nicht einhalten können.

Allein die Bestimmungen für die Aussaat von Zwischenfrüchten zeige, dass das Ganze nicht richtig durchdacht sei, sagt Danne. Sei es bislang ausreichend gewesen, eine Fruchtart auszusäen, so seien jetzt mindestens zwei verschiedene vorgeschrieben. „Dabei ergeben sich aber allein schon technische Probleme, weil die Drillmaschinen auf verschiedene Größen der Unterschiedlichen Samenkörner eingestellt werden müssen“, sagt Danne. Ein weiteres Problem sei, dass die Saat möglicherweise nicht so aufgeht wie geplant, sodass später das Mischverhältnis der Pflanzen nicht stimmt und bei der Kontrolle dann festgestellt wird, dass die Auflagen nicht erfüllt wurden.

Diese Sorge teilt auch Landwirt Manfred Voß aus Northeim, der sich gerade darüber Gedanken macht, wie er mit seinem Betrieb die neuen EU-Auflagen erfüllen kann, um Einkommenseinbußen zu vermeiden.

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