Mehr Falschgeld im Umlauf: Kreis Northeim im landesweiten Trend

Northeim. Nach Jahren rückläufiger Fallzahlen ist in Niedersachsen seit 2014 wieder mehr Falschgeld im Umlauf.

Im vergangenen Jahr verzeichnete das Landeskriminalamt (LKA) einen Anstieg um 50 Prozent, im ersten Halbjahr 2015 gab es nur einen leichten Rückgang auf weiterhin hohem Niveau. Das gelte auch für das südliche Niedersachsen und den Landkreis Northeim, sagte Kriminaloberkommissarin Stephanie Weiß vom LKA in Hannover. Konkrete Zahlen nannte sie jedoch nicht.

Hauptsächlich werden 20- und 50 Euro-Scheine als Falschgeld verbreitet: Sie machen rund 75 Prozent des Falschgeldaufkommens aus. Münzen nehmen dagegen nur einen Anteil von fünf Prozent ein. Ein Großteil der „Blüten“ stammt laut LKA vermutlich aus Süd- und Osteuropa. Rund 50.500 gefälschte Scheine hat die Bundesbank allein im ersten Halbjahr 2015 aus dem Verkehr gezogen.

Die Banken im Landkreis Northeim haben zuletzt jedoch keinen signifikanten Anstieg an Falschgeld registriert. „Bei uns gibt es weiterhin ein bis zwei Fälle pro Jahr“, sagt Rosemarie Bertram, Pressesprecherin der Volksbank Solling. Obwohl das Münzgeld seit Januar 2015 stärker überprüft werden muss, sei der Volksbank kein einziger Fall von gefälschten Münzen bekannt.

Auch die Kreis-Sparkasse Northeim (KSN) hat laut Stephan Krüger, Leiter des KSN-Zahlungsverkehrs, keine Erhöhung der Falschgeldquote festgestellt. Alle Mitarbeiter, die mit Bargeld arbeiten, würden regelmäßig geschult. Außerdem helfen zertifizierte Zählgeräte dabei, falsche Scheine zu identifizieren.

Werden am Schalter falsche Scheine entdeckt, muss das Kreditinstitut den Fall der Polizei melden. Da das Geld nicht erstattet wird, hat der Kunde in der Regel den Schaden. Falschgeld wissentlich weiterzugeben, kann teuer werden: Es droht eine Freiheitsstrafe von bis zu fünf Jahren oder eine Geldstrafe.

So erkennen Sie falsche Scheine

Falschgeld zu erkennen, ist kein Hexenwerk - oft sieht es nur auf den ersten Blick echt aus. Im Detail ahmen Fälscher die Sicherheitsmerkmale oft nur nachlässig nach, teilt das LKA mit. Dabei handelt es sich um das Wasserzeichen, den Sicherheitsfaden oder das Folienelement. „Wir empfehlen insbesondere Einzelhändlern, sich mit den Sicherheitsmerkmalen vertraut zu machen“, rät Stephan Kröger von der KSN. Nach dem Fünfer und dem Zehner erscheint am 25. November der neue 20-Euro-Schein, der sicherer als sein Vorgänger sein soll. Details zu den Sicherheitsmerkmalen und Tipps zum Erkennen von Falschgeld gibt es auf der Homepage der Bundesbank.

www.bundesbank.de

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