Mehr Holzklau vor Winter: Waldbesitzer und Landesforsten beklagen Diebstähle

Uslar/Northeim. Hohe Holzpreise und der bevorstehende Winter locken Holzdiebe in die Wälder. Der „Brennholz-Klau" hat nach Angaben des Waldbesitzerverbandes Niedersachsen und der Landesforsten zugenommen.

Erst Mitte September hatten Holzdiebe im Einbecker Stadtwald 30 Raummeter Holz im Wert von 1500 Euro mitgehen lassen, das bereits in Meter-Enden geschnitten war und sich so leicht transportieren ließ. Bei Schoningen im Solling waren vor drei Wochen laut Polizeisprecher Jürgen Horst elf Kubikmeter gestapeltes Brennholz verschwunden.

Für die Diebe scheint es sich zu lohnen. Nach Angaben von Heinrich von Brockhausen vom Waldbesitzerverband bewegen sich die Preise auf hohem Niveau. Für einen Raummeter ofenfertiges Buchenholz würden 60 bis 90 Euro verlangt. Selbstwerber müssen immerhin noch zwischen 17 und 30 Euro zahlen, ergänzt Siegfried Arndt, Stadtförster von Moringen und Northeim.

Langfinger haben es in Niedersachsens Wäldern nicht nur auf Brennholz abgesehen. Nach wie vor verschwinden ganze Ladungen Stammholz, wie es in der Bau- oder Möbelindustrie verwendet werden kann. In Südniedersachsen gebe es bis zu 25 solcher Taten pro Jahr, sagte Landesforsten-Sprecher Stefan Fenner. Im Westerhöfer Wald zum Beispiel hatten Unbekannte im August 61 jeweils vier Meter lange Holzstämme entwendet und mit einem Holztransporter abgefahren.

Die Diebstahls-Tendenz sei allerdings rückläufig, sagte Fenner. Dies liege an sogenannten Forst-Trackern. Die von außen unsichtbar in den Stämmen angebrachten Apparate ermöglichen eine GPS-Ortung. In einem Fall konnte die Polizeiinspektion Northeim-Osterode auf diese Weise sogar einen Täter dingfest machen. Ein Mann aus Thüringen hatte aus einem Waldstück bei Wieda im Juli und im Oktober 60 Kubikmeter Stammholz mit einem Holzlaster abtransportiert. Die Peilsender überführten ihn. (goe/dpa)

Hintergrund

Im Zuständigkeitsbereich der Polizeiinspektion Northeim-Osterode gab es in diesem Jahr bereits 17 Holzdiebstähle. Das berichtet Polizeisprecher Jürgen Horst. Gegenüber dem Vorjahr, als 41 Fälle registriert wurden, sei dies allerdings ein Rückgang. Rückläufig sei vor allem der Diebstahl von Stammholz, bedingt durch bessere Sicherung der Holzpolter durch Peilsender.

Der Großteil der 2014 angezeigten Taten beziehe sich auf den Diebstahl von Buchenholz in der Größenordnung von zwei bis fünf Raummetern. Beim größten Diebstahl ging es jedoch wieder um Stammholz: Im August wurden aus dem Westerhöfer Wald 61 je vier Meter lange Stämme abgefahren. (goe)

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