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Münsterplatz: politische Mehrheit für Umgestaltung

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Von: Olaf Weiss

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Der Northeimer Münsterplatz mit dem St.-Blasienkomplex und der Kreis-Sparkasse im Hintergrund.
Der Northeimer Münsterplatz soll umgestaltet werden. Mit der unter anderem geplanten Pflasterung soll er für Veranstaltungen besser nutzbar werden. © Olaf Weiss

Eine Mehrheit im Northeimer Stadtrat will an der geplanten Umgestaltung des Münsterplatzes festhalten. Das haben Bürgermeister Simon Hartmann und die Fraktionen von SPD, CDU, FDP und Grünen in einer gemeinsamen Erklärung auf Anfrage der HNA bekräftigt. Zuvor hatte es ein Abstimmungsgespräch aller Fraktionen zu dem Thema gegeben, zu dem Hartmann eingeladen hatte.

Northeim – Grundlage für die Umgestaltung soll laut der Pressemitteilung der Siegerentwurf des Lübecker Architekturbüros Trüper, Gondesen und Partner (TGP) bleiben. Die Stadtverwaltung werde auf Basis des ursprünglichen Entwurfs den städtischen Gremien eine Gesamtübersicht der Kosten für den Umbau des Platzes und der Kanalsanierung des Eigenbetriebes Abwasserbeseitigung zur Verfügung stellen und verschiedene Szenarien der Fördersummenentwicklung gegenüberstellen. Eine abschließende Angabe der Höhe der Förderung für die Umgestaltung des Münsterplatzes sei ohne Beschluss, wie die Umgestaltung erfolgen soll, nicht möglich, schreiben die vier Ratsfraktionen und der Bürgermeister.

Simon Hartmann
Simon Hartmann © Hubert Jelinek

Die aktuelle Berechnung sehe Kosten in Höhe von 7,34 Millionen Euro vor. Angesichts der bisher zugesicherten Förderung verbliebe ein städtischer Eigenanteil von rund 2 Millionen Euro.

Um ihren Eigenanteil zu reduzieren, hat die Stadt einen sogenannten Kostenrahmenüberschreitungsantrag beim Land Niedersachsen gestellt. Bei den Beratungen über diesen Antrag hatte das Land gebeten, dass die Stadt den Entwurf hinsichtlich seiner klimatischen Folgen überprüft und anpasst. Dies habe die Stadtverwaltung gemeinsam mit dem Planer getan. Ergebnis war der Entwurf mit Pflanzinseln, der dem Rat vom Innenstadtausschuss empfohlen wurde.

Der Rat hatte in seiner jüngsten Sitzung eine Entscheidung vertagt und das Thema Münsterplatz zur erneuten Beratung an die Ausschüsse verwiesen. Ob die Rückbesinnung auf den Ursprungsentwurf (ohne Pflanzinseln), den der Rat im Sommer einmal akzeptiert hatte, Auswirkungen auf den Kostenrahmenüberschreitungsantrag hat, ist offen, heißt es in der Mitteilung.

Die AfD-Ratsfraktion hat sich gegen die Umgestaltung des Münsterplatzes in der gegenwärtigen Form ausgesprochen. Sie will nur eine „Auffrischung“ des Platzes. „Man kann sicherlich das ein oder andere kleine Bäumchen neupflanzen und eine Blumenwiese et cetera anlegen – alles andere aber ist Kokolores“, sagt der Fraktionsvorsitzende Maik Schmitz. Ein Prunkplatz sei reine Geldverschwendung. Stattdessen sollten der Einzelhandel und die Gastronomie gestützt werden, damit die Innenstadt wieder mehr Anreize für Bürger bietet.

Kosten von 7,5 Millionen Euro dürften in der jetzigen Zeit, in der viele Menschen nicht wissen, wie sie über die Runden kommen, den Bürgern nicht präsentiert werden. Denn man dürfe nicht vergessen, dass es sich dabei um Steuergeld handele.

Man habe den Eindruck, Bürgermeister Simon Hartmann (SPD) wolle sich mit dem Münsterplatz ein Prestigeobjekt in die Vita schreiben.

Auch die FuL-Fraktion, die schon in der Vergangenheit gegen die Münsterplatz-Umgestaltung ausgesprochen hat, hat die gemeinsame Erklärung der Fraktionen nicht unterzeichnet. Sie war aber am Mittwoch für eine Stellungnahme nicht erreichbar. (Olaf Weiss)

Letzte Entscheidung vor Weihnachten

Die Umgestaltung des Münsterplatzes soll nun noch einmal im Innenstadtausschuss beraten werden. Dieser tagt am Montag, 12. Dezember. Dann muss die von Bürgermeister Hartmann angekündigte Kostenübersicht vorliegen. Anschließend soll der Northeimer Stadtrat in seiner Sitzung am Donnerstag, 22. Dezember, über die Pläne für den Münsterplatz entscheiden. (ows)

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