Meister Adebar verbringt den Winter im Schnee

+
Winterstörche : Das Immenser Paar hat sich die Reise in den Süden gespart und harrt auch bei Kälte und Schnee im Leinepolder aus.

Northeim. Störche im Schnee? Spaziergänger, die in den vergangenen Tagen im Bereich des Leinepolders ihren Augen nicht getraut haben, können beruhigt sein. Bei diesem Anblick handelte es sich nicht um eine Sinnestäuschung, sondern um sogenannte Winterstörche, die sich den anstrengenden Flug in südliche Gefilde sparen.

„Im Winter 2014 sind drei Paare hier geblieben“, sagt Bernd-Jürgen Schulz, der sich als Storchenvater schon seit vielen Jahren um das Wohl der imposanten Stelzvögel bemüht.

Bei den Tieren, die jetzt vom Wintereinbruch überrascht wurden, handelt sich laut Schulz um das Immenser Storchenpaar, das auch schon den vergangenen Winter hier in der Region verbracht hat. Dank der Beringung kann der Storchenvater die beiden Tiere eindeutig identifizieren.

Die Störchin trägt einen Ring mit der Buchstaben- und Ziffern-Kombination AF 342 DER. „Sie wurde am 1. Juni in Aurach (Mittelfranken) beringt“, weiß Schulz zu berichten. „Im selben Jahr wurde sie am 16. November in Portugal an der Algarve registriert und im Jahr 2013 gleich zweimal in Spanien.“ Am 2. März 2014 wurde sie nochmals bei Madrid beobachtet. „Das zeigt, dass sie durchaus auch schon im Winter in den Süden gezogen ist und offensichtlich ihr Verhalten geändert hat“, betont Schulz.

Er geht davon aus, dass auch der Storchenmann bislang die Winter in der Wärme verbracht hat. Belege dafür hat er allerdings nicht. Fest steht nur, dass das Tier am 3. Juni in Rottenacker in Franken beringt sowie am 21. März 2013 in Budenheim (Rheinland-Pfalz) und Berka bei Darmstadt gesichtet wurde.

„Die beiden halten sich oft in der Nähe des Salzderheldener Storchenhorstes auf“, so Schulz. Das dort eigentlich beheimatete Paar sei im September ins Winterquartier abgezogen.

Ob manche Störche tatsächlich ein Gespür dafür haben, ob ein strenger oder ein milder Winter bevorsteht, sei bislang noch nicht eindeutig von der Wissenschaft geklärt worden, berichtet Schulz. „Klar ist aber, dass der Klimawandel dafür verantwortlich ist, dass in den letzten Jahren immer öfter Winterstörche zu beobachten sind.“

Schlagworte zu diesem Artikel

Kommentare

Unsere Kommentarfunktion wird über den Anbieter DISQUS gesteuert. Nutzer, die diesen Dienst nicht verwenden, können sich hier über das alte HNA-Login anmelden.

Hinweise zum Kommentieren:
In der Zeit zwischen 17 und 9 Uhr werden keine neuen Beiträge freigeschaltet.

Auf HNA.de können Sie Ihre Meinung zu einem Artikel äußern. Im Interesse aller Nutzer behält sich die Redaktion vor, Beiträge zu prüfen und gegebenenfalls abzulehnen. Halten Sie sich beim Kommentieren bitte an unsere Richtlinien: Bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht. Bitte halten Sie sich bei Ihren Beiträgen an das Thema des Artikels. Lesen Sie hier unsere kompletten Nutzungsbedingungen.

Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach drei Tagen geschlossen.