Ehemaliger Fifa-Schiedsrichter

Michael Weiner ist neuer Chef der Polizeiinspektion  Northeim

Die Polizei im Landkreis Northeim wird seit einer Woche von Polizeidirektor Michael Weiner geleitet. Der 51-Jährige hat bereits eine besondere sportliche Karriere hinter sich. Wir stellen ihn vor.

Michael Weiner redet schnell. Und viel. aber das, was er sagt, ist immer spannend. Der 51-jährige Polizeidirektor ist seit gut einer Woche neuer Chef der Polizeiinspektion Northeim. Und er war 25 Jahre DFB- und 12 Jahre Fifa-Schiedsrichter. Allein deswegen hat er viel Interessantes zu erzählen.

Doch bevor er über seine Schiedsrichter-Karriere sprechen möchte, will er über die Polizei reden. Weiner, der mit seiner Familie im Kreis Hildesheim lebt, begann seine Polizeikarriere im Alter von 16 Jahren.

Schon als Kind habe ihn die Arbeit der uniformierten Ordnungshüter fasziniert. Für ihn sei darum gar nichts anderes als Polizei in Frage gekommen, sagt er. Also begann er nach der Schule seine Ausbildung im mittleren Dienst bei der Polizei.

Einige Jahre später folgte ein Studium für den gehobenen Dienst, dann ging es weiter zur Führungsakademie der Polizei in Münster, danach ins Innenministerium. Als Weiners Polizeikarriere begann, verfolgte der heute 51-Jährige noch eine andere Leidenschaft immer aktiver: die Laufbahn als Fußball-Schiedsrichter.

Er hatte zwar selbst als Kind auf dem Fußballplatz gestanden, doch schon mit 14 war dieses Hobby für ihn Geschichte: „Ich war einfach zu schlecht“. Also blieb er beim Thema Schiedsrichter – und das mit Inbrunst: Schon 1995 leitete er die ersten Spiele in der Zweiten Bundesliga. Im November 1998 pfiff er die Begegnung MSV Duisburg gegen den 1. FC Nürnberg in der 1. Fußball-Bundesliga. Doch damit nicht genug: 2002 folgte die Berufung als Fifa-Schiedsrichter auf internationaler Ebene.

Da liegt natürlich die Frage nah, wie er zwei Karrieren, nämlich als Polizeibeamter und als Schiedsrichter, unter einen Hut bekommen hat. „Eines gleich vorweg: Ich habe nie für den Fußball meine Arbeitszeit bei der Polizei reduziert. Der zeitliche Aufwand war manchmal grenzwertig, aber irgendwie habe ich alles hinbekommen“, erinnert sich Michael Weiner.

Dass seine damalige Freundin und heutige Ehefrau, mit der er seit 2004 verheiratet ist, in dieser Zeit deutlich zu kurz gekommen ist, sei ihm natürlich bewusst. „Aber wir sind noch immer verheiratet“, sagt er mit einem Grinsen.

Wichtig sei damals vor allem die Fitness und natürlich die Gesundheit gewesen. Aber irgendwann streikt wohl auch der fitteste Körper. „Weihnachten habe ich dann meistens mit einer Grippe flach gelegen“, blickt er zurück. Total ausgelaugt sei er regelmäßig am Jahresende gewesen. Ende 2012 schied Michael Weiner freiwillig als FIFA-Schiedsrichter aus, im Mai 2016 beendet er seine Schiedsrichter-Laufbahn auch beim DFB. 

„Ich vermisse nichts“, sagt der 51-Jährige, der kürzlich zum ersten Mal Opa geworden ist. Doch so ganz ohne Fußball und Schiedsrichter geht es dann doch nicht: Seit drei Jahren ist Weiner Funktionär für den Schiedsrichter-Nachwuchs im Norddeutschen Fußballverband. „Ich habe 25 Jahre vom Fußball profitiert, so kann ich dem Fußball vielleicht ein bisschen zurückgeben“. 

Wenn er auf sein bisheriges Leben zurückblickt, findet Weiner einige Parallelen zwischen seinen Aufgaben als Polizeibeamter und als Schiedsrichter: „Man wird oft kritisiert und ist nicht sonderlich beliebt. Aber man macht das alles freiwillig. Wenn man nicht damit umgehen kann, dann sollte man es einfach lassen“, lautet sein Fazit. 

Jetzt konzentriert er sich natürlich auf seine neue Aufgabe als Leiter der Polizei im Landkreis Northeim. Seit einer Woche steht er morgens um 4.15 Uhr auf, geht mit seinem Golden Retriever Gerry spazieren, setzt sich dann in den Zug und fährt nach Northeim. 

Dort, im Polizeigebäude in der Teichstraße, will er so schnell wie möglich sein neues Büro beziehen. Er freut sich auf die Zusammenarbeit mit den Kollegen im gesamten Inspektionsbereich, sagt er. Gerade ist er auf „Besuchstour“, um alle Mitarbeiter kennenzulernen. Er sagt, dass er überall auf eine positive Grundstimmung stoße, er wisse aber auch, dass es hier und da Veränderungen geben müsse, damit auch seine Kollegen und Kolleginnen zufrieden sind. Vielleicht können die dann irgendwann auch auf die Frage, wie sie ihre Berufswahl heute sehen, antworten wie Michael Weiner. Der sagt: „Ich liebe Polizei!“

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