Leineverband beseitigt Abflusshindernis

Minibagger lässt die Moore in Höckelheim wieder fließen

Die Kolonne des Leineverbandes beseitigt in Höckelheim einen aus dem Uferbereich gestürzten Baum, der schon einen Stau in der Moore verursacht hatte.
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Die Kolonne des Leineverbandes beseitigt in Höckelheim einen aus dem Uferbereich gestürzten Baum, der schon einen Stau in der Moore verursacht hatte.

Die Arbeit des Leineverbandes wird in der Öffentlichkeit nur selten wahrgenommen.

Höckelheim – Wenn die verbandseigene Kolonne unterwegs ist, um für den reibungslosen Abfluss der Leine und ihrer Zuflüsse zu sorgen, geschieht das nach Auskunft von Geschäftsführer Jens Schatz meistens fernab der menschlichen Siedlungen, also eher „im Verborgenen“. In der vergangenen Woche war das anders, denn da musste mitten in der Ortschaft Höckelheim ein aus dem Ufer gestürzter Baum aus der Moore geborgen werden.

„In Ortslagen müssen wir möglichst schnell reagieren, damit es dort nicht zu Überschwemmungen kommt“, erklärt Schatz. „Aufgrund der Witterung mussten wir hier aber sechs Wochen warten, ehe wir den Baum aus dem Bachbett entnehmen konnten.“ Am Baum hatten sich bereits Planen und anderer Müll verfangen und dafür gesorgt, dass sich die Moore in dem Bereich bereits einen halben Meter angestaut hatte.

„Außerhalb von Ortslagen kann es durchaus sein, dass wir bei der Bewertung ähnlicher Situationen zu dem Ergebnis kommen, den Baum liegen zu lassen, da keine Schäden für Dritte zu erwarten sind“, so Schatz. „Da entfernen wir dann nur den Müll.“

In der Regel bemüht sich der Leineverband laut Schatz darum, die Baumwurzeln in der Böschung zu lassen, da diese weiterhin zur Bodensicherung dienen und gleichzeitig einen neuen Lebensraum für Fische, aber auch für Insekten als Fischfutter, darstellen.

So ging man auch bei dem Einsatz in Höckelheim vor: Einer der Mitarbeiter trennte den Baum von der Wurzel, sodass er samt Müll von einem Kleinbagger an Land gezogen werden konnte. „Um die Flurschäden möglichst gering zu halten, setzen wir nach Möglichkeit kleines Gerät ein, denn das Gelände, auf dem wir arbeiten, ist oft nicht Eigentum des Leineverbandes“, sagt Schatz. Einsätze wie der in Höckelheim kommen nach seinen Worten in normalen Jahren an etwa 50 Tagen vor, wobei die Kosten pro Arbeitstag bei rund 2500 Euro liegen. Hauptziel der Einsätze ist es, Schäden an Infrastrukturanlagen wie zum Beispiel Brücken zu vermeiden.

Der Leineverband ist eine Körperschaft öffentlichen Rechts. Ihm gehören nicht nur die im Verbandsgebiet liegenden Städte, Gemeinden und Landkreise sowie die Region Hannover an, sondern auch Vertreter der Landwirtschaft, Forstwirtschaft und Industrie.

Das Verbandsgebiet umfasst das Flussgebiet der Leine einschließlich seiner Nebengewässer und erstreckt sich von der Grenze zwischen Niedersachsen, Thüringen und Hessen im Süden bis unterhalb der Einmündung der Innerste bei Sarstedt im Norden. Mit insgesamt 2217 Quadratkilometern ist der Leineverband der weitaus größte Unterhaltungsverband im Land Niedersachsen.

Zuständig ist er für insgesamt 93 Gewässer auf einer Länge von rund 650 Kilometer.

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