Ministerium ermittelt wegen Belästigung gegen Landrat Wickmann

Northeim. Der Vorwurf gegen Landrat Michael Wickmann lautet sexuelle Belästigung. Das geht aus einem vertraulichen Schreiben des Innenministeriums hervor, das der HNA vorliegt.

Das Ministerium in Hannover begründet darin die Einleitung des Disziplinarverfahrens damit, dass kein rationaler Grund ersichtlich sei, wieso die Mitarbeiterin den Landrat zu Unrecht beschuldigen sollte. Der Vorsitzende der CDU-Kreistagsfraktion, Heiner Hegeler, hatte bereits in der jüngsten Kreistagssitzung gemutmaßt, dass dieser Vorwurf gegen den Landrat bestehe.

Im Zuge der Vorermittlungen, die dem Anfang März eingeleiteten Disziplinarverfahren vorausgingen, ist laut dieses Schreibens auch der Erste Kreisrat Dr. Hartmut Heuer als Zeuge gehört worden.

Landrat Michael Wickmann Foto: Oschmann

Die Vorwürfe gegen Wickmann waren Ende des vergangenen Jahres erhoben worden, als dieser bereits rund zwei Monate krankheitsbedingt ausgefallen war. Die Mitarbeiterin, die sich von ihm belästigt fühlte, war aus der Kreisverwaltung in die Verwaltung der Kreisvolkshochschule versetzt wurde. Das wollte sie nicht hinnehmen. Sie empfand den neuen Arbeitsplatz als ungerechtfertigte Strafversetzung. Das geht aus weiteren Unterlagen hervor, die der HNA vorliegen.

Die Mitarbeiterin ist inzwischen weder für die Northeimer Kreisverwaltung noch für die Kreisvolkshochschule tätig. Sie arbeitet nun für eine berufsständische Organisation in Göttingen.

Ein Ende des Disziplinarverfahrens ist dabei weiterhin nicht abzusehen. Das Innenministerium gibt auf Anfrage weiterhin keine Informationen zum Stand des Verfahrens.

Drei Monate brauchte das Ministerium um festzustellen, ob die Vorwürfe für ein Disziplinarverfahren ausreichen. Aus dem Umfeld des Ministeriums ist zu hören, dass es bis zum Abschluss des Verfahrens in der Regel etwa ein halbes Jahr dauert. Das hieße, mit einem Ergebnis wäre nicht vor September zu rechnen.

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Rubriklistenbild: © dpa

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