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Mit dichten Fenstern fängt es an

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Von: Rosemarie Gerhardy

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Er hat rechtzeitig vorgesorgt: Uwe Bode aus Northeim hat eine neue Heizung mit Wärmepumpe in seinem Haus installiert.
Er hat rechtzeitig vorgesorgt: Uwe Bode aus Northeim hat eine neue Heizung mit Wärmepumpe in seinem Haus installiert. © Hubert Jelinek

Die Temperaturen fallen und viele Menschen haben in diesen Tagen schon die Heizung angestellt. Doch bei massiv steigenden Energiekosten fragen sich Hausbesitzer und Mieter, wie vielleicht noch kurzfristig Einsparmöglichkeiten umgesetzt werden können.

Northeim – Der stellvertretende Obermeister der Innung für Sanitär-, Heizungs- und Klimatechnik Northeim-Einbeck Frank Tiedchen hat einige Tipps parat.

Energiefresser finden

Er empfiehlt die Zählerstände bei Gas und Strom täglich aufzuschreiben, um so Energiefresser in den eigenen vier Wänden besser ausmachen zu können.

Wichtig sei auch, die Fenster zu prüfen, denn diese würden bei fehlenden oder schadhaften Fensterdichtungen große Wärmeverluste verursachen. Ein Tischler könne diese dann fachgerecht instand setzen.

Frank Tiedchen Stellvertretender Obermeister
Frank Tiedchen Stellvertretender Obermeister © Jelinek, Hubert

Hilfreich sei auch, die Beleuchtung gegen LED auszutauschen. Überhaupt könne es lohnenswert sein, einen Elektriker zu fragen, wo weitere Einsparpotenziale liegen. Auch die Montage von digitalen Thermostaten an Heizungen führe zu Energieeinsparungen. Ganz wichtig sei, auch die Heizung nicht auf Handbetrieb laufen zu lassen, sondern auf Automatik.

Außerdem rät er mit Blick auf die kommende Heizkostenabrechnung, selten genutzte Räume nur ausreichend zu temperieren. Im Winter sei eine Stoßlüftung einer Dauerlüftung vorzuziehen und auch das Absenken der Raumtemperatur um ein Grad würde schon eine Heizkostenersparnis bringen.

Für Warmwasser und Zirkulationsleitungen mit Zirkulationspumpe sollten Zeitprogramme erstellt und aktualisiert werden, rät der Gas- und Wasserinstallateurmeister. Die Wassertemperatur sollte, so Tiedchen, bei 60 Grad liegen. Von einem weiteren Absenken rät er ab, damit eine Keimbelastung zum Beispiel mit Legionellen vermieden würde.

Handwerker fragen

Kunden sollten sich auf jeden Fall rechtzeitig an Handwerksbetriebe wenden, da in vielen Bereichen mit Wartezeiten zu rechnen sei. In der Regel ist bei Heizungswartungen mit einem Vorlauf von zwei mit drei Monaten zu rechnen, natürlich sei das je nach Betrieb unterschiedlich.

Auch bei den Lieferzeiten für Ersatzteile oder neue Heizungen müsse man Zeit mitbringen. Die Lieferzeiten für Gasbrennwertkessel liegen bei circa zwei bis sechs Monaten je nach Gerätetyp, die für Wärmepumpen bei 10 bis 12 Monaten. Wichtig sei, bevor sich Hausbesitzer für eine Heizungsart entscheiden, vorab eine kostenpflichtige Heizlastberechnung anfertigen zu lassen. Der Bestand und die Möglichkeiten, auch finanziell, müssten ermittelt werden.

Förderung

Aktuell gebe es Förderprogramme für Pelletheizungen, Wärmepumpen und Solarthermie.

Ein Anruf beim Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle (Bafa) sei mit Blick auf Förderungen auch lohnenswert, die machten eine gute Beratung, so Tiedchen weiter.

Neue Verordnung

Die ab dem ersten Oktober geltende Verordnung zur Sicherung der Energieversorgung über mittelfristig wirksame Maßnahmen (EnSimiMaV) schreibe eine für alle Gasheizungen eine jährliche Pflicht zur Prüfung vor, damit die Heizungsanlage optimiert wird.

In diesem Rahmen gilt es zu prüfen, ob die zum Betrieb einer Heizung einstellbaren technischen Parameter für den Betrieb der Anlage zur Wärmeerzeugung hinsichtlich der Energieeffizienz optimiert sind, ob die Heizung hydraulisch abzugleichen ist, ob effiziente Heizungspumpen im Heizsystem eingesetzt werden und inwieweit Dämmmaßnahmen von Rohrleitungen und Armaturen durchgeführt werden sollten.

Prinzipiell rät Tiedchen sich rechtzeitig zu kümmern, damit nicht mit der nächsten Heizkostenabrechnung das böse Erwachen kommt.

Kunden sollten sich informieren und auf die Handwerksbetriebe zugehen, rät Tiedchen.

Informationen zu den verschiedenen Themen gibt es unter anderem im Internet unter energiewechsel.de, intelligent-heizen.info und bafa.de. (Rosemarie Gerhardy)

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