Blüten in der Tankstelle

Mit zehn Euro Falschgeld bezahlt: 33-Jähriger vor Northeimer Amtsgericht

Unser Symbolbild zeigt die Registrierkasse eines Ladens in München.
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Falschgeld: Der Angeklagte versuchte, in einer Tankstelle mit einem gefälschten Zehneuroschein zu bezahlen. Unser Symbolbild zeigt die Registrierkasse eines Ladens in München.

Ein 33-jähriger Northeimer soll in zwei Fällen Falschgeld in Umlauf gebracht haben. Dafür muss er sich nun vor dem Amtsgericht Northeim verantworten.

Northeim – Im Dezember 2019 soll der Angeklagte zweimal mit jeweils einem gefälschten Zehneuroschein in der Shell-Tankstelle in Northeim bezahlt haben. Aufgrund ausstehender Zeugenaussagen hat das Gericht bisher kein abschließendes Urteil gefällt – der Prozess wird Montag, 3. Mai, fortgesetzt.

Laut Aussage des Angeklagten handle es sich um eine Verwechslung: Er trage weder solche Kleidung wie der Täter auf den Aufzeichnungen der Überwachungskamera, noch habe er eine solche Frisur. Außerdem halte er es für dumm, in einer Tankstelle, die bekanntermaßen kameraüberwacht sei, mit Falschgeld zu bezahlen. Die Polizei konnte bei der Durchsuchung der Wohnung des Angeklagten keines der Kleidungsstücke von den Videos sicherstellen. Untersuchungen des Falschgelds auf Fingerabdrücke durch das Landeskriminalamt blieben ergebnislos.

Eine Zeugin konnte den Angeklagten vor Gericht nicht eindeutig identifizieren. Die 19-Jährige hatte am 22. Dezember 2019 in der Tankstelle gearbeitet, als der Täter seinen Einkauf, einen Sechserträger Bier, mit einem falschen Zehneuroschein bezahlen wollte.

Weitere Zeugen nötig

Sie habe sofort erkannt, dass es sich um eine Blüte handelte, und versucht, den Täter in ein Gespräch zu verwickeln, um Zeit zu schinden. Darauf habe sich der Mann jedoch nicht eingelassen und die Tankstelle schließlich verlassen, woraufhin die Zeugin die Polizei verständigte.

Nach dem Ausschlussprinzip konnte die 19-Jährige später bei der Polizei aus acht Lichtbildern eines bestimmen, das dem Täter am nächsten kam, sicher sei sie sich jedoch nicht gewesen. Und auch vor Gericht habe sie den Angeklagten im direkten Vergleich mit den Kameraaufnahmen sowie seine Stimme nicht wiedererkennen können. Dazu liege der Vorfall bereits zu lange zurück, sagte sie. Das Gericht zog sich zu einer Zwischenberatung zurück. Laut Richter Dr. Martin Rammert seien für ein Urteil weitere Zeugen nötig, da die Aussage der 19-Jährigen lediglich auf Vermutungen basiere, anhand derer kein Urteil gefällt werden könne.

Der zweite Zeuge, der bei dem Vorfall am 19. Dezember 2019 in der Tankstelle gearbeitet hatte, erschien nicht. Er und ein weiterer Zeuge sollen bei der Fortsetzung am 3. Mai aussagen. (Lea-Sophie Mollus)

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