Mittelalter-Markt lockt ins 1000-jährige Hohnstedt

Lecker: Schmalzbrote präsentieren hier Christine Schneider, Dagmar Diedrichs und Ute Lange.

Hohnstedt. Gaukler, Ritter und Handwerker bevölkerten am Wochenende das malerische Areal rund um die Hohnstedter St.-Martini-Kirche. Hunderte Schaulustige besuchten den Markt, der anlässlich des 1000-jährigen Dorfbestehens veranstaltet wurde.

Mittelalterlich gekleidet waren die Mitglieder der Vereine und Handwerker, die die 40 Stände betreuten. Auch Pastor Torsten-Wilhelm Wiegmann schlüpfte in eine alte Kutte und führte zahlreiche Besucher im Gotteshaus durch 1000 Jahre Kirchengeschichte. Wiegmann erinnerte beispielsweise auch an die Zeit, als Hohnstedt einen Superintendenten hatte, der einen Kirchenkreis bis Großenrode regierte.

Humorvoll nahm Wiegmann die katholische Kirche aufs Korn, die zur Zeit des Dominikanermönchs Johann Tetzel („Wenn das Geld im Kasten klingt, die Seele aus dem Feuer springt“) Ablassbriefe verkaufte, was von Martin Luther kritisiert wurde und schließlich zur Reformation führte. Gegen eine Spende verteilte Pastor Wiegmann auch Ablassbriefe.

Der selbst ernannte Bischof Stefan Junghans, der mit den Groner Kriegsknappen angereist war, ließ den Pastor gewähren. „Ich will nur schauen, was mein Volk macht“, sagte der „Geistliche“ und marschierte ins Lager der Ritter, das die 30 Aktiven unweit der Kirche aufgeschlagen hatten. Die Musikformation „Cave Feles“ aus Weißensee spielte dort mittelalterlichen Lieder. Die Groner Kriegsknappen kennen Hohnstedt gut, denn seit einem Jahren treffen sie sich monatlich im Nachbarort Salzderhelden.

Beim zweitägigen Markt zeigten ein Schmied, ein Bäcker, ein Drechsler und ein Korbmacher ihr Handwerk. Auch die Salzsieder von Salzderhelden und Bierbrauer Thomas Beushausen aus Dorste boten ihre Waren an.

Vereine sorgten derweil für die Verpflegung. So servierten beispielsweise Frauen des TSV Schmalzbrote. Außerdem sorgten weitere Frauen örtlicher Vereine für 60 Bleche leckeren Kuchens.

„Alles läuft prima. Der Markt wird sehr gut angenommen“, freute sich Ortsbürgermeister Rolf Traupe. „Die 1000-Jahr-Feier wird die Dorfgemeinschaft stärken“, prognostizierte Traupe, der sich als Adliger verkleidet hatte.

Mittelalterliches Treiben rund um die St.-Martini-Kirche Hohnstedt

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