Motorfliegen in Northeim: Verein bietet Ultraleicht-Ausbildung an

Northeim. Es ist ein uralter Menschheitstraum: das Fliegen. Im April hat der Verein zur Förderung des Luftsports in Northeim die Saison eröffnet.

Gerade mal 472,5 Kilogramm wiegt ein Ultraleicht-Flugzeug - mitsamt Passagieren. Zwei Personen finden in den kleinen Fliegern Platz, die jetzt wieder häufiger am Northeimer Himmel zu sehen sein werden. Vor wenigen Tagen hat der Verein zur Förderung des Luftsports die Saison eröffnet. Das lockte auch einige neugierige Besucher zum Flugplatz am östlichen Stadtrand der Kreisstadt.

„Es ist einfach eine ganz andere, faszinierende Perspektive, wenn man die Welt von oben sieht“, erzählt Stefanie Baumert begeistert. Gemeinsam mit Pilot Kai Erdmann hob die Göttingerin am Wochenende zu ihrem ersten Schnupperflug ab. „Das Fliegen interessiert mich schon länger“, sagt sie. Deshalb überlege sie nun, die UItraleicht-Lizenz zu erwerben.

Schnupperstunde: Stefanie Baumert und Pilot Kai Erdmann vor dem Start. Die Flugstunden des Schnupperkurses können später auf die Ausbildungszeit angerechnet werden. Foto: Schwekendiek

60 Stunden Theorie und mindestens 30 Flugstunden muss sie dafür absolvieren - und am Ende natürlich die Prüfung bestehen. „Das ist schon harte Arbeit und nimmt viel Zeit in Anspruch“, ergänzt Fluglehrer Detlef Sörensen. Das Gefühl, sich zum ersten Mal allein in der Luft zu bewegen, sei jedoch unbeschreiblich schön und mache alles wett

Die Faszination, hoch oben am Himmel die Freiheit zu genießen, verbindet wohl alle 31 Mitglieder des Northeimer Luftsportvereins. Wer keinen eigenen Flieger hat, kann beim Verein günstig ein Flugzeug chartern. Seit fast 50 Jahren besteht der Verein inzwischen. Zunächst wurden nur Piloten für Cessna- und Piper-Flieger ausgebildet. Seit 1997 kann man in Northeim auch die Ultraleicht-Lizenz erwerben.

Start am Northeimer Flugplatz: In diesem Ultraleicht-Flugzeug, Typ Ikarus C-42, lernen die Flugschüler das Fliegen. Foto: Schwekendiek

Als Schulflugzeug dient ein Ultraleicht-Flieger des Typs Ikarus C-42. „Das ist eins der sichersten Ultraleicht-Flugzeuge, das fast alles mitmacht“, erklärt Pilot Stefan Rampfel, während er vor dem Start die Checkliste abarbeitet. Genug Benzin im Tank? Höhen-, Seiten- und Querruder intakt? Bespannung der Tragflächen okay? Sicherheit habe oberste Priorität, betont er - auch wenn es für Notfälle ein Fallschirm-Rettungssystem an Bord gibt.

Rundflug: Northeim und Umgebung aus der Luft

Bis zu 5000 Fuß (1524 Meter) über Normal-Null darf das Ultraleicht-Flugzeug aufsteigen. Anders als große Passagier-Maschinen, die nach Instrumenten fliegen, orientieren sich die Ultraleicht-Piloten an dem, was sie sehen. „Wenn ein Vogelschwarm am Himmel auftaucht, muss man halt ausweichen“, erklärt Rampfel. Per Funk ist er mit dem „Tower“ am Flugplatz verbunden, der ihm auch die Start- und Landebahn freigibt.

Stefanie Baumert kann sich nach ihrem Schnupperflug tatsächlich vorstellen, die Ausbildung zur Ultraleicht-Pilotin zu absolvieren. Ganz zur Freude von Fluglehrer Sörensen: „Das Interesse ist in den vergangenen Jahren eher zurück gegangen.“ Dabei sei das Fliegen das schönste Hobby der Welt.

Hintergrund: Ausbildung zum Ultraleicht-Piloten

Wer fliegen will, muss zunächst eine theoretische und praktische Ausbildung absolvieren und gewisse gesundheitliche Voraussetzungen erfüllen. Diese werden in einer Tauglichkeitsuntersuchung von einem amtlichen Fliegerarzt festgestellt. Mindestalter für den Beginn der Ultraleicht-Ausbildung ist 16 Jahre. Ab 17 Jahren kann die Lizenz erteilt werden. In der 60-stündigen Theorie-Ausbildung werden Luftrecht, Technik, Meteorologie, Navigation, Funk und Verhalten in besonderen Fällen behandelt.

Hinzu kommen 30 Flugstunden (davon mindestens fünf Stunden Alleinflug), in denen Manöver wie Starts und Landungen geübt werden. Die Ausbildung schließt mit einer Prüfung ab, kostet etwa 5000 bis 6000 Euro und kann in einer Flugsaison absolviert werden.

Weitere Informationen:

www.ulvfs.de

www.goe-flug.de

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