Privathaushalte  und Gewerbetriebe werden unterschiedlich zur Kasse gebeten

Müllentsorgung im Landkreis Northeim: Gebühr ist nicht Gebühr

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Restmüllentsorgung: Die Kreisabfallwirtschaft darf keinen dauerhaften Gewinn erwirtschaften. Sind die Gebühren zu hoch, müssen sie reduziert werden.

Northeim. Wieso sinken die Müllgebühren für Gewerbebetriebe im Landkreis Northeim, während die für Privathaushalte gleich bleiben? Mit dieser Frage haben sich einige Leser an die Redaktion gewandt.

In Fragen und Antworten erläutern wir hier, wie die Ermittlung der Müllgebühren funktioniert.

Wieso sind die Müllgebühren für Privathaushalte und Gewerbetreibende überhaupt unterschiedlich?

Die Gebühren sind nicht gleich, so betont Landkreis-Pressesprecher Dirk Niemeyer, weil mit den Gebühren für Privathaushalte noch andere Leistungen bezahlt werden, die Gewerbebetrieben nicht mit angeboten werden. Dazu zählen die Sperrmüllabfuhr, das Schadstoffmobil, das zweimal im Jahr Schadstoffe abholt, und die Abholung und Abgabe von Elektrogeräten.

Was wird alles bei der Gebührenkalkulation berücksichtigt?

Neben den Personalkosten, den Abschreibungen auf Gebäuden und Fahrzeuge der Kreisabfallwirtschaft fließen auch Treibstoffkosten und Mautgebühren ein. Gebührensenkend können sich auf der anderen Seite Erlöse beispielsweise aus dem Verkauf von Altpapier auswirken.

Wieso ist nun die Gebühr für Gewerbe-Restmüll gesunken, für den Restmüll aus Privathaushalten aber nicht?

Der Faktor, der für die aktuelle Gebührensenkung im gewerblichen Bereich ausschlaggebend war, habe sich auch im Bereich der privaten Haushalte positiv ausgewirkt, betont Pressesprecher Niemeyer. Allerdings seien die Kosten für die genannten Zusatzleistungen im privaten Bereich gleichzeitig derart gestiegen, dass eine Gebührensenkung nicht möglich war.

Dabei verweist er darauf, dass die Kreisabfallwirtschaft beispielsweise für Altholz aus Sperrmüllsammlungen im Jahr 2014 noch Erlöse in Höhe von rund 31 000 Euro erzielen konnte, während sie aufgrund der Marktentwicklung drei Jahre später fast 500 000 Euro für die Entsorgung zahlen musste.

Wie werden zu hohe oder zu niedrige Gebühren korrigiert?

Weichen am Ende eines Kalkulationszeitraums – meistens ein bis drei Jahre – die tatsächlichen von den kalkulierten Kosten ab, schreibt das Niedersächsische Kommunalabgabengesetz vor, dass zu hohe Gebühren (Kostenüberdeckung) innerhalb der folgenden drei Jahre ausgeglichen werden müssen. Die Gebühren müssen folglich gesenkt werden. Auch zu niedrige Gebühren (Kostenunterdeckung) sollen innerhalb dieses Zeitraums mit einer Gebührenanhebung ausgeglichen werden.

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