Northeimer Münsterplatz: Planungen laufen

Sanierungsende kann sich um ein Jahr verschieben

Blick auf den Münsterplatz
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Wann die Bagger für die Sanierung des Münsterplatzes anrücken, steht noch nicht fest. Aktuell laufen die vorbereitenden Planungsarbeiten.

Die Neugestaltung des Münsterplatzes ist eine der Hauptaufgaben der Stadtsanierung, die in diesem Jahr vorangetrieben werden soll.

Northeim – Im November gewann des Lübecker Planungsbüro „Landschaftsarchitekten Trüper, Gonsdesen und Partner“ (TGP) den ausgelobten Gestaltungswettbewerb. Seit Ende Februar seien die Verhandlungen mit dem Planungsbüro so weit vorangeschritten, dass es bald zum Vertragsabschluss kommen kann, berichtete Andreas Krause-Hedenus von der Stabsstelle Städtebauförderung kürzlich im Sanierungsausschuss. Anschließend könnte es in die Konkretisierung und Umsetzung gehen.

Das Ziel, den Weihnachtsmarkt 2022 auf dem Münsterplatz feiern zu können, sei zwar erstrebenswert, aber aktuell nicht darstellbar, ob daran festgehalten werden kann, so Stadtbaurat Frederik Backhaus. „Wir sprechen von einer Randunschärfe von circa einem Jahr“, erklärt Krause-Hedenus. Das sei durchaus üblich bei Bauvorhaben in dieser Größenordnung.

Auch wann die ersten Bagger und somit für die Bürger sichtbare Arbeiten der Umgestaltung anrücken würden, könne aktuell noch nicht gesagt werden. Die Umgestaltung des Münsterplatzes setze einen großen Planungs- und Koordinierungsaufwand voraus. Denn nicht nur das, was später an der Oberfläche zu sehen sei, müsse geplant werden, auch im Untergrund – voraussichtlich in einigen Abschnitten in bis zu zwei Metern Tiefe – müsse gearbeitet werden. „Da liegen Versorgungsleitungen und Kanäle, die man nicht einfach abklemmen kann“, macht Krause-Hedenus deutlich.

Für die große Gasleitung, die unter dem Münsterplatz entlanglaufe, müsse zunächst ein Bypass gelegt werden. Abstimmungsgespräche seien dazu mit den Stadtwerken notwendig. Auch die Eigenbetrieb Abwasserbeseitigung (EBA) müssen mit einbezogen werden, denn das unterirdische Mischsystem der Kanäle, das zurzeit noch Ab- und Regenwasser gemeinsam führt, ist so nicht mehr erlaubt und muss durch ein neues Trennsystem ersetzt werden. Zudem müssten auch die Telekommunikationsunternehmen in dieser ersten Phase bereits mit eingebunden werden. Noch in diesem Monat sei ein erstes Auftaktgespräch mit allen Beteiligten geplant.

Für die Umsetzung der Baumaßnahmen müssen Ausschreibungen erfolgen, Firmen gefunden werden, zum Teil seien diese Verfahren sehr komplex, um alles rechtssicher zu vergeben.

Zu erwarten sei auch, dass es unter Umständen archäologische Grabungsfunde geben würde. Das würde zu einer Bauunterbrechung führen. „Wir erwarten schon, dass wir zumindest Skelettfunde haben werden, da hier ein Friedhof war“, so Krause-Hedenus. Stadtarchäologe Stefan Teuber werde die Bauarbeiten in der Erde entsprechen mitbegleiten.

Einher mit der planerischen Arbeit geht auch die gestalterische Ausarbeitung. Fragen über Materialien und ob es aus Kostengründen die Wasserspiele aus dem Siegerentwurf geben soll oder nicht, wurden bereits im Sanierungsausschuss andiskutiert. Backhaus verspricht die Eigentümer und Geschäftsinhaber frühzeitig über die Bauzeitplanung zu informieren, damit sie über die Erreichbarkeit und Nutzung ihrer Flächen vor dem Haus informiert sind.

Für mehr Transparenz und für die Baudokumentation soll zukünftig auch ein eigenes Online-Portal sorgen, das neu eingerichtet werden soll (wir berichteten). (Rosemarie Gerhardy)

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