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SPD-Ratsherr fordert: Sanierung des Northeimer Münsterplatzes verschieben

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Von: Kathrin Plikat

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Soll umfassend saniert werden: der Northeimer Münsterplatz. Jetzt gibt es den Vorschlag, die Maßnahme um mehrere Jahre zu verschieben.
Soll umfassend saniert werden: der Northeimer Münsterplatz. Jetzt gibt es den Vorschlag, die Maßnahme um mehrere Jahre zu verschieben. © Hubert Jelinek

Die Sanierung des Northeimer Münsterplatzes sollte um mindestens zwei Jahre verschoben werden. Diesen Vorschlag hat jetzt SPD-Ratsherr Berthold Ernst unmittelbar vor der heutigen Sitzung von Innenstadtausschuss und Sanierungsbeirat veröffentlicht.

Northeim - Viele Diskussionen mit Bürgerinnen und Bürgern der Stadt Northeim in den zurückliegenden Wochen und Monaten hätten ihn zu dem Ergebnis gebracht, „dass wir uns in der aktuellen globalen und lokalen Situation an den Gedanken gewöhnen müssen, dass wir uns derzeit einen neuen Münsterplatz für mehr als acht Millionen Euro nicht leisten können.“

Zum Schutz der anderen, für ihn notwendigeren Investitionen wie dem Neubau der Schuhwallhalle und zweier Kindertagesstätten sei eine Verschiebung der Münsterplatz-Sanierung erforderlich, so Ernst weiter.

Dem SPD-Politiker mache vor allem die jetzt deutlich werdende Kostenentwicklung für die Maßnahme große Sorgen: Seit dem Ratsbeschluss im April, in der die Sanierung auf den Weg gebracht worden war, habe der Stadtrat über Kosten von 4,75 Millionen Euro diskutiert. Die aktuell Kostendarstellung weise dagegen eine Summe von knapp 7,5 Millionen Euro auf.

Das seien von April bis September Mehrkosten von gerundet 2,75 Millionen Euro. Ob darin bereits die jetzt diskutierten Planänderungen wie der Einbau einer Wasserzisterne erhalten seien, erschließe sich ihm nicht, so Ernst weiter. „Insofern könnte der Wert der Kostensteigerung mit Stand September 2022 noch deutlich steigen.“

Auch sei aktuell keine Gegenfinanzierung für diese Mehrkosten erkennbar, sodass diese über den Haushalt der Stadt Northeim zu finanzieren seien. Zudem gehe er davon aus, dass die Inflationsrate weiter steigen werde. Ob sich diese in den aktuellen Kostenberechnungen wiederfinden, sei ebenfalls nicht erkennbar, was eine weitere Kostensteigerung zur Folge hätte.

Ernst: „Unsere Haushaltsfinanzierung, insbesondere der Betrieb unserer teuren Großsportanlagen Schuhwallhalle und Schwimmbäder, ist derzeit auf den Erlösen unserer Stadtwerke aufgebaut. Ich betrachte die Entwicklungen am Energiemarkt und ihre Auswirkungen auf die Versorgungsunternehmen mit großer Sorge. Sollten unsere Stadtwerke nicht mehr so ergiebig sein wie bisher, wird das zu heftigen finanziellen Verwerfungen bei der Sicherstellung des Betriebes unserer teuren Sportanlagen führen und letztlich auch im Haushalt der Stadt abzubilden sein.“

Erschwerend komme hinzu, dass bei der sich abzeichnenden Haushaltsfinanzierung davon ausgegangen werden könne, dass die Mehrkosten, die über dem Ratsbeschluss mit 4,75 Millionen Euro von April 2022 liegen, komplett über Kredite finanziert werden müssten. „Und die Zinsentwicklung am Kapitalmarkt ist bekannt“, so der SPD-Ratsherr. (kat)

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