Bisherige Hygienemaßnahmen schützen auch vor britischer Variante

Gesundheitsamt Northeim: Mutiertes Virus nicht aggressiver

Dr. Regina Pabst
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Dr. Regina Pabst, Leiterin Gesundheitsamt Northeim

Die britische Corona-Mutante ist länger ansteckend.

Northeim – Die britische Coronamutation hat derzeit keine Auswirkung auf die notwendigen Hygienemaßnahmen. Das teilte die Leiterin des Northeimer Gesundheitsamtes, Dr. Regina Pabst, auf HNA-Anfrage mit.

In virologischen Fachkreisen werde derzeit diskutiert, was zu der erhöhten Ansteckungsfähigkeit dieser Variante führe, so Pabst. Dabei zeige sich bereits, dass die infektiöse Phase mehrere Tage länger dauert als bei dem vorher bekannten Virustyp und eine infizierte Person ungefähr doppelt so lange ansteckungsfähig ist – also auch doppelt so lange die Gelegenheit hat, andere Menschen zu infizieren.

Die britische Variante sei nicht aggressiver als das bekannte Virus, betont Pabst und erklärt, dass nach aktuellem Stand der Forschung für eine Ansteckung mit der britischen Mutante genau so viele Viren wie bei der bereits bekannten Virusvariante nötig seien.

Hinweise auf eine erhöhte Sterblichkeit in Großbritannien durch das mutierte Virus habe man insofern entkräftet können, als dass diese viel mehr im Zusammenhang mit einer akuten Überlastung des britischen Gesundheitssystems auftraten und somit die Corona-Infizierten nicht mehr optimal versorgt werden konnten.

„Auch solche traurigen Umstände können zu einer erhöhten Sterblichkeit führen, die somit nicht einem mutmaßlich aggressiveren Virus angelastet werden kann“, so Pabst. Aus diesem Grund sei die gute Nachricht, dass die Einhaltung der bereits bekannten Hygienemaßnahmen wie Maske, Abstand, Belüftung und Hygiene bei den Virusvarianten ebenso gut wirkten.

„Das gilt aber nur, wenn diese tatsächlich eingehalten werden, und hier ist die Ursache für die aktuell wieder ansteigenden Fallzahlen zu sehen“, sagt Pabst und betont, dass das Tragen von Masken in der Öffentlichkeit in Außenbereichen nur da sinnvoll sei, wo der Abstand von 1,50 Meter deutlich unterschritten werde.

Das Tragen eines Mund-Nasen-Schutzes beim Spazieren gehen, Radfahren und Joggen sei hingegen aus unterschiedlichen Gründen selten sinnvoll, denn die Gefahr, sich draußen an der frischen Luft anzustecken, sei sehr gering.

Ein Grund dafür sei, dass die starke Luftbewegung die Viren sehr schnell verdünne, so Pabst. Darüber hinaus würden die Coronaviren durch die Sonne inaktiviert.

Anders sei die Situation allerdings in Innenräumen. Dort seien alle genannten Maßnahmen und auch das korrekte Tragen der Masken nach wie vor von äußerster Wichtigkeit.

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