Ehepaar Timpner geht in den Ruhestand

Roy Kühne und Sanel Hekalo kaufen Pflegedienst in Northeim

Neues Gesicht: Sanel Hekalo ist Geschäftsführer des ambulanten Pflegedienstes „Die Pflege“ in Northeim.
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Neues Gesicht: Sanel Hekalo ist Geschäftsführer des ambulanten Pflegedienstes „Die Pflege“ in Northeim, die Karl-Ernst und Lucie Timpner jetzt an Hekalo und Roy Kühne verkauft haben.

Im Keller ihres Wohnhauses in Northeim haben Lucie und Karl-Ernst „Kalle“ Timpner vor 23 Jahren ihren Pflegedienst „Die Pflege“ gegründet. Mit fünf Mitarbeiterinnen und zwei Fahrzeugen.

Beide waren kurz vorher innerhalb weniger Wochen arbeitslos geworden und hatten eine neue Herausforderung gesucht. „Wir haben gesagt, wir versuchen es mal mit einem Pflegedienst“, sagt Karl-Ernst Timpner, der viel Erfahrung als ehrenamtlicher Regionalvorstand der Northeimer Johanniter mitbrachte. Dort hatte er selbst kurz vorher einen Pflegedienst ins Leben gerufen.

Und sie hatten Erfolg: Das Unternehmen wuchs zeitweise zum größten Pflegedienst der Region an. Doch jetzt ist Schluss. Die beiden Northeimer, 70 und 68 Jahre alt, übergeben „ihr Kind“ an neue Eltern. Sie wollen mehr Zeit für ihr Enkelkind haben. Und fürs Leben.

Die neuen „Eltern“ ihres Pflegedienstes, der aktuell 35 Mitarbeiter beschäftigt, sind der Northeimer Dr. Roy Kühne und als Geschäftsführer Sanel Hekalo aus Göttingen. Beide haben den Pflegedienst zusammen gekauft.

Kühne betreibt in Northeim das Gesundheitszentrum, wo Hekalo bereits Geschäftsführer ist. Warum jetzt noch ein ambulanter Pflegedienst? „Das passt einfach gut in unser Portfolio“, sagt Hekalo kurz und knapp. Etwas moderner soll es künftig zugehen, digitalisiert, es werden weitere Mitarbeiter gesucht, auch Auszubildende, dazu soll es eine Website geben, außerdem eine Namensänderung. Aus „Die Pflege“ wird künftig „Die Pflege mit Herz“.

Zur Zeit befinden sich Geschäftsführer Sanel Hekalo und das Ehepaar Timpner in der „Übergangsphase“. Viel muss besprochen werden. Hekalo ist froh über jeden Tipp, denn er von Lucie und Karl-Ernst Timpner bekommt.

Natürlich blicken beide mit etwas Wehmut, jetzt wo es in den Ruhestand geht, auf die vergangenen 23 Jahre: Nach der Gründung des Pflegedienstes im Keller war das Unternehmen innerhalb kurzer Zeit so gewachsen, dass nur ein Jahr später der Standort an die Breslauer Straße verlegt wurde, wo sich der Pflegedienst auch heute noch befindet.

In den „Hochzeiten“ hatten Timpners über 60 Mitarbeiter, doch nachdem Pflegedienste mehr und mehr „wie Pilze aus dem Boden schossen“, so Karl-Ernst Timpner, „regulierte“ sich das Unternehmens in etwa auf die jetzige Größe.

Und was hat sich im Laufe der vergangenen 23 Jahre verändert? „Die Bürokratie hat extrem zugenommen“, sagt Lucie Timpner. Und der Wettbewerb mit anderen Pflegediensten. „Das war in manchen Jahren wirklich ein harter Kampf“ blickt die 68-Jährige zurück.

Aber Timpners und ihr Team, auf das sie mit Stolz und Dankbarkeit blicken, haben alle Höhen und Tiefen gut überstanden, sagen sie. „Uns war ein familiäres Klima hier im Betrieb immer wichtig. Auch unsere Kunden gehören zu unserer Familie“, sagt die 68-Jährige.

Natürlich sind beide traurig, dass nun Schluss ist, denn ihre Herzen hängen natürlich nach wie vor an „ihrem“ Pflegedienst. Ein kleiner Trost: Ihre Herzen finden sich im neuen Namen „Die Pflege mit Herz“ ja irgendwie doch wieder.

Von Kathrin Plikat

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