Die meisten Geschäfte haben wieder offen

Nach Corona-Shutdown: Disziplinierter Neustart für den Northeimer Einzelhandel

+
Eine Schlange gab es nur vor dem Northeimer Stoffparadies: Die Nachfrage nach Stoffen und Zubehör für Gesichtsmasken war groß. 

Die Wiederöffnung der meisten Geschäfte im Kreis Northeim nach dem Corona-Shutdown lief diszipliniert ab.

Erleichterung, Hoffnung und viel Verständnis – so kann man die Gefühlslage der Menschen zusammenfassen, die gestern die gelockerten Corona-Regelungen für einen Einkauf in der Northeimer Innenstadt genutzt hatten. Die meisten Geschäfte hatten geöffnet. Lediglich die Filialen von H&M sowie C&A blieben am ersten Wieederöffnungstag geschlossen.

Auch in Uslar war es ein ruhiger Wiedereinstieg: Die meisten Geschäfte hatten geöffnet, von Ansturm konnte aber nicht die Rede sein, dafür aber von großer Disziplin.

Nach Einschätzung von Michael Rebohl, Inhaber des Spielzeugfachgeschäfts Mica Toys im Northeimer City Center, lag der Umsatz auf dem Niveau eines ganz normalen Montags. „Das war ein hoffnungsvoller Start, und ich bin beeindruckt, wie diszipliniert sich die Kunden an unser Sicherheitskonzept gehalten haben.“

Gesichtsmaske und „Einbahnstraßenregelung“: Michael Rebohl, Inhaber des Spielzeuggeschäfts Mica Toys, ist mit dem ersten Öffnungstag zufrieden, auch wenn er sein Sandspielzeug derzeit wohl nicht verkaufen kann.

Das gilt auch für die Kunden des Northeimer Stoffparadieses, vor dem fast den ganzen Tag über eine Schlange zu sehen war. „Mit so vielen Kunden hatten wir nicht gerechnet“, freut sich Mitarbeiterin Kerstin Wittig. „Die Nachfrage nach Stoffen und Gummibändern zum Nähen von Gesichtsmasken war riesig. Wir haben rund 90 Prozent des Tagesumsatzes damit gemacht.“

Zufrieden mit dem ersten Öffnungstag war man auch bei der Firma Papierus. „Wir waren gespannt, wie der heutige Tag laufen würde“, sagt Mitarbeiterin Irene Michaelis „Und als wir dann gesehen haben, dass Kunden schon vor dem Laden standen, ehe wir geöffnet hatten, waren wir erleichtert.“ Die vom Verein Stadtmarketing initiierte Gutscheinaktion (wir berichteten) habe gut funktioniert, sagt Michaelis, und viele Kunden hätten auch die Möglichkeit, Bücher bei Papierus über das Internet zu bestellen, wahrgenommen. „Wir haben den Eindruck, dass es wieder Stück für Stück vorangeht.

 Zu diesem Ergebnis kam auch Michael Böhnert, Leiter des Northeimer Modehauses Magnus, das seine Verkaufsfläche mit entsprechenden Absperrungen auf die erlaubten 800 Quadratmeter verkleinert hat. „Die obere Etage ist aber geöffnet“, betont Böhnert. Das Magnus-Team arbeite ab sofort in zwei getrennten Gruppen, die keinen Kontakt zueinander hätten. 

Nach Einschätzung von Böhnert muss der Einzelhandel nun abwarten, wie sich die Situation entwickelt. Mit der Möglichkeit, unter Berücksichtigung der Hygienevorschriften wieder Kunden bedienen zu können, sei man in jedem Fall jetzt einen großen Schritt weiter. Und Böhnert kann sich durchaus vorstellen, dass kleinere Städte wie Northeim und somit auch der dort ansässige Einzelhandel von der aktuellen Situation profitieren: „Weil die Menschen sich in Zeiten von Corona in einem überschaubaren Umfeld wohler und sicherer fühlten.“ 

Auch Teichert und Bäucke in der Südstadt wieder geöffnet

Auch im Medenheim-Center in der Northeimer Südstadt haben seit gestern wieder mehr Geschäfte auf. So unter anderem der Elektrofachmarkt Expert-Teichert. „Wir haben unsere Verkaufsfläche so verkleinert“, dass wir jetzt unter 800 Quadratmeter sind“, sagt Inhaber Ralf Teichert. Es habe zwar keinen großen Andrang gegeben, doch er sei mit dem ersten Verkaufstag nach der verordneten Corona-bedingten Schließung Mitte März dennoch zufrieden.

 Abgesperrt seien die Bereiche Tonträger und ein Teil der Weißen Ware im Bereich Kühl- und Gefriergeräte. Die geforderten Hygiene und Abstandsregeln könnten problemlos eingehalten werden. Dies geschehe durch Abklebungen auf dem Boden und durch aktive, aber freundliche Ansprache der Kunden. Außerdem gebe es für Kunden und Mitarbeiter Desinfektionsmittel zur Nutzung. Geöffnet sei der Laden erst einmal von 9 bis 18 Uhr.

 Teichert: Wir freuen uns riesig, dass es endlich weitergeht. Wir hatten in den letzten Wochen nur noch 25 Prozent unseres Umsatzes, die wir weitgehend online erzielen konnten.“ Mitarbeiter, die in Kurzarbeit gewesen seien, kehrten jetzt nach und nach zurück. 

Auch bei Möbel-Bäucke nebenan ist seit gestern wieder etwas Leben eingekehrt. Geöffnet ist auf 800 Quadratmeter die Küchenabteilung, die laut Juniorchef Jochen Heynold über einen Seiteneingang erreichbar ist. Drei Verkäufer stünden zur Verfügung. 

Unverständlich ist für Heynold, dass in Niedersachsen Möbelmärkte nicht wieder komplett öffnen dürften, während das in Nordrhein-Westfalen der Fall sei. Heynold: „Bei unserer Größe mit 10 000 Quadratmetern ist das überhaupt kein Problem, die Abstände einzuhalten.“ Anders als Kaufhäuser, die ja deswegen geschlossen bleiben sollen, um nicht übermäßig viele Menschen in die Innenstädte zu locken, befinde man sich zudem nicht in Citylage.

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Kommentare

Hinweise zum Kommentieren:
Auf HNA.de können Sie Ihre Meinung zu einem Artikel äußern. Im Interesse aller Nutzer behält sich die Redaktion vor, Beiträge zu prüfen und gegebenenfalls abzulehnen. Halten Sie sich beim Kommentieren bitte an unsere Richtlinien: Bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht. Bitte halten Sie sich bei Ihren Beiträgen an das Thema des Artikels. Lesen Sie hier unsere kompletten Nutzungsbedingungen.