15.000 Liter pro Minute Förderleistung

Nach schweren Unwettern: Neue Pumpen gegen Hochwasser im Kreis Northeim

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War in weiten Teilen überflutet: Die Ortschaft Altgandersheim hat es beim Unwetter stark getroffren. 

Der Landkreis Northeim hat auf die kreisweiten Unwetterereignisse in diesem Jahr reagiert. In enger Absprache mit der Kreisfeuerwehr wurden sechs Pumpen angeschafft.

Diese haben insgesamt eine Förderleistung von 15.000 Liter pro Minute. 33.000 Euro hat der Landkreis dafür investiert. Bei den Pumpen handelt es sich um sogenannte Chiemsee- sowie Atlantica-Pumpen. Der Vorteil dieser Geräte ist nicht nur die hohe Förderleistung, sondern auch, dass sie bis zu acht Zentimeter große Partikel problemlos pumpen können und so nicht verstopfen. 

Laut Kreisbrandmeister Bernd Kühle sind die Pumpen damit ideal für mögliche Großschadenslagen wie in diesem Jahr unter anderem in Altgandersheim, bei der auch das Technische Hilfswerk sowie die Berufsfeuerwehr Göttingen hinzugezogen werden mussten, um die Wassermassen zu beseitigen.

Übergabe eines neuen Einsatzleitwagens und der neuen Pumpen: Landrätin Astrid Klinkert-Kittel (Mitte) mit Kreisbrandmeister Bernd Kühle (Vierter v. l.) sowie dem Vorsitzenden des Brand- und Katastrophenschutzausschuss Karl-Heinz Hagerodt (Sechster von links). Ebenfalls mit auf dem Foto sind Führungskräfte der Kreis- und Umweltfeuerwehr sowie Mitglieder des Ausschusses. 

„In der Delegiertenversammlung, bei der die Hochwasserereignisse noch recht frisch waren, haben wir über die Situation gesprochen und gemerkt, dass wir noch etwas schwach auf der Brust sind, was Hochleistungspumpen angeht“, sagte Landrätin Astrid Klinkert-Kittel bei der offiziellen Übergabe. Dies habe man jetzt in weniger als einem halben Jahr behoben.

Klar muss laut Landrätin Klinkert-Kittel sein, dass es sich bei der Investition um einen Bedarf handelt. „Wünsche äußert man beim Weihnachtsmann, wir ermitteln in regelmäßigen Gesprächen mit der Feuerwehr den Bedarf“. Motivierte und engagierte Einsatzkräfte seien das A, die Ausstattung das O der Kreisfeuerwehr.

„Da wir ein Flächenlandkreis sind, wird die Ausrüstung aufgeteilt“, erklärte Kreisbrandmeister Bernd Kühle. Sie ist künftig in den Feuerwehrtechnischen Zentralen in Northeim, Einbeck und Bad Gandersheim sowie bei der Feuerwehr Uslar stationiert. Dort steht speziell geschultes Personal bereit, das im Ernstfall die Technik an den Einsatzort bringt.

Kreisbrandmeister Bernd Kühle betonte: „Wir sind in Sachen Katastrophenschutz im Kreis Northeim einen guten Schritt weiter“. Die Pumpen sollen die Einsatzkräfte, die überwiegend auch selbst mit Pumpen ausgestattet sind, im Großschadensfall unterstützen. 

Startklar für Einsätze: Der neue Einsatzleitwagen hat Platz für vier Einsatzkräfte, beinhaltet umfangreiche Mess-, Funk- und Computertechnik und ersetzt ein 23 Jahre altes Fahrzeug. 

Sein Dank und der Dank des Brand- und Katastrophenschutzausschusses gelte nicht nur den Personen, die sich für die Fahrzeug- und Gerätebeschaffungen stark gemacht hätten, sondern auch allen Einsatzkräften, die die Fahrzeuge besetzen. „Wir schätzen eure Arbeit und die aller anderen Hilfsorganisationen wie der Polizei“, sagte Hagerodt als Botschaft an alle Helfer im Landkreis Northeim. 

Kreisbrandmeister Landrätin Astrid Klinkert-Kittel hat am Dienstag außerdem einen neuen Einsatzleitwagen für die Feuerwehrbereitschaft 4 (FB 4), auch bekannt als Umweltfeuerwehr übergeben. Das Fahrzeug zum Preis von 80 000 Euro ersetzt einen VW T4-Bus aus dem Jahr 1995. Das Fahrzeug ist unter anderem mit Messgeräten für chemische und radioaktive Stoffe ausgerüstet und dient der Führung des der Umweltwehr. Der neue Einsatzleitwagen ist ein Ford Transit mit 170 PS. 

Fahrzeug brannte 

Ebenfalls übergeben werden sollte eigentlich ein neues Dekontaminations-Mehrzweckfahrzeug. Ein 1978 in Dienst gestellte Fahrzeug sollte durch ein neues Fahrzeug ersetzt werden, das bereits in Northeim angekommen war. Laut Kreisbrandmeister Bernd Kühle stand das Fahrzeug bei der Inbetriebnahme eines Warmwasserbereiters aber plötzlich in Flammen und musste durch Einsatz eines Feuerlöschers gelöscht werden. 

Dieser Zwischenfall hat zur Folge, dass der Schaden bei der Herstellerfirma behoben werden muss. So muss nun das Löschpulver aus sämtlichen Bauteilen entfernt werden. Die Feuerwehr nahm den Vorfall mit Humor. 

„Wir haben es immerhin schon einmal gesehen, durften damit fahren und es anfassen“, sagte Kreisbrandmeister Kühle. „Wer 40 Jahre auf ein neues Fahrzeug warten konnte, kann jetzt auch noch mal drei Monate warten“, ergänzte Karl-Heinz Hagerodt, Vorsitzender des Brand- und Katastrophenschutzausschusses.

Hochwasser im Sommer 

Nach Unwettern in  Bad Gandersheim im Juni hat das Land entschieden, mehr Geld in den Hochwasserschutz zu investieren. Außerdem wurde eine Spendenplattform für die Betroffenen rund um Bad Gandersheim eingerichtet, über die sich Betroffene und potenzielle Helfer im Sommer melden konnten. 

Und nicht nur Bad Gandersheim war in diesem Jahr vom Unwetter betroffen. Auch in Einbeck und in Altgandersheim kam es zu Starkregen, der die Feuerwehren zum Großeinsatz zwang. 

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