Wälder könnten noch mehr Regen gebrauchen

Nasser Mai war gut fürs Getreide im Landkreis Northeim

Landwirt Manfred Voß im Getreidefeld mit Wintergerste und Trecker im Hintergrund
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Die Wintergerste von Landwirt Manfred Voß aus Northeim hat vom regnerischen Wetter der vergangenen Tage profitiert.

Der verregnete Wonnemonat Mai war für die Land- und Forstwirtschaft gut.

Northeim – „Mai kühl und nass, füllt dem Bauern Scheun’ und Fass“, heißt es in einer bekannten Bauernregel, doch ob sich das aktuelle Wetter tatsächlich positiv für die landwirtschaftlichen Betriebe auswirken wird, steht noch nicht fest.

„Der Regen der vergangenen Tage war zwar für das Getreide gut, und die Wintergerste konnte schon Ähren ausbilden, aber für den Mais und die Zuckerrüben könnte es ein bisschen wärmer sein“, sagt Carina Wulf, Assistentin der Geschäftsleitung des Kreisbauernverbandes Northeim-Osterode. „Das kann man daran erkennen, dass die Pflanzen noch viel kleiner sind als sonst zu dieser Jahreszeit.“ Angesichts der Tatsache, dass man letztendlich die Auswirkungen erst im Herbst nach der Ernte beurteilen könne, sei die alte Bauernregel daher wohl eher mit Vorsicht zu genießen.

Für die Viehhalter sei die anhaltende regnerische Witterung bereits ein Problem, denn das Gras sei zwar gut gewachsen, aber um es mähen zu können, wäre jetzt ein Zeitfenster ohne Regen und mit höheren Temperaturen nötig, so Wulf.

Aus Sicht von Jonas Fürchtenicht, der als Leiter des Moringer Forstamtes unter anderem auch für den Northeimer Stadtwald zuständig ist, könnte das aktuelle Wetter hingegen ruhig das ganze Jahr über so anhalten. „Trotz des vielen Regens der vergangenen Wochen ist es in den tieferen Bodenschichten, wo sich die Wurzeln der alten Bäume befinden, immer noch viel zu trocken“, beschreibt Fürchtenicht die aktuelle Situation.

Jonas Fürchtenicht

Hinzukomme, dass sich in der hiesigen Region die Wälder meistens auf relativ trockenen Böden befänden und Bäume im Hinblick auf die Auswirkungen von langen Trockenphasen ein „Langzeitgedächtnis“ hätten. Sie reagierten nur sehr träge auf eine sich ändernde Wasserversorgung, so Fürchtenicht. „Ähnlich wie ein Tanker, der mehrere Kilometer benötigt, um aus voller Fahrt anzuhalten zu können.“ Den 100 000 jungen Bäumen, die in seinem Zuständigkeitsbereich neu gepflanzt worden seien, habe der Regen der vergangenen Wochen allerdings schon sehr gut getan, so Fürchtenicht.

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