Ortsrat Hollenstedt gegen Ausweitung der Vorranggebiete am Böllenberg

Nein zu mehr Platz für Windräder im Stadtgebiet Northeim

Drei Windräder aus der Vogelperspektive
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Diese Windkraftanlagen stehen auf dem Heiligenberg bei Lichtenborn

Der Ortsrat Hollenstedt sieht die Pläne des Landkreises in Sachen Windkraft kritisch.

Hollenstedt – Die Vorstellung, dass in der Zukunft womöglich 25 bis 30 Windkraftanlagen im Bereich Hollenstedt gebaut werden könnten, ist für die Hollenstedter nicht hinnehmbar. Das wurde in der jüngsten Sitzung des Ortsrates deutlich.

„Ursprünglich war vorgesehen, dass in dem von der Stadt Northeim ausgewiesenen Vorranggebiet nur fünf bis sieben Anlagen entstehen“, sagt Ortsbürgermeister Uwe Schwoch. „Damit hätten wir ja noch leben können, wenn die weit genug vom Ortsrand entfernt wären.“ Aber dass das Vorranggebiet jetzt doppelt so groß werden soll, sei für den Ort nicht hinnehmbar. Schwoch verweist darauf, dass bereits die Stromtrasse Vahle-Mecklar in der Gemarkung Hollenstedt verläuft und dass demnächst auch noch der Südlink folgen werde. „Da möchten wir nicht auch noch Windräder rings herum um das Dorf, denn die Einwohner fürchten um den Wert ihrer Immobilien,“ sagt Schwoch und berichtet, dass mehrfach die Frage gestellt worden sei, was denn Hollenstedt davon habe, dass es so viele Belastungen übernehme. „Dafür muss es mal einen Ausgleich geben, denn Hollenstedt ist eigentlich immer hinten dran“, betont Schwoch.

Ein weiteres Thema der Ortsratssitzung war die Ausweisung von Bauland. „Pläne für ein Neubaugebiet im Bereich Neue Straße gibt es bereits seit 2005“, sagt Schwoch. Bislang sei die Umsetzung aber daran gescheitert, dass sich dort ein landwirtschatlicher Betrieb befindet. Da dieser demnächst seine die Landwirtschaft einstellen werde, wäre eigentlich der Weg frei, zumal es eine große Nachfrage nach Bauplätzen gebe. „Die Interessenten haben sogar schon Anzahlungen an den Investor gezahlt“, so Schwoch.

Knackpunkt sei, dass die Erschließung über eine Fläche erfolgen müsste, dessen Besitzer nicht verkaufen möchte. Nachdem die Anwälte der Feldmarksgenossenschaft, der Investor und die Stadt Northeim eine Einigung erzielt hätten, hänge nun alles von der Zustimmung der Feldmarksgenossenschaft ab.

Für den städtischen Haushalt für 2022 hat der Ortsrat Hollenstedt laut Schwoch mehrere Wünsche angemeldet, die schon bereits in den vergangenen Jahren auf der Wunschliste gestanden hätten – unter anderen die Reparatur des Zaunes am Kinderspielplatz, die Sanierung des Feuerwehrhauses und die Instandsetzung des Plattenweges am Dorfgemeinschaftshaus.

Darüber hinaus würde der Ortsrat gern einen Defibrillator anschaffen. Außerdem sei es dringend notwendig, die Entwässerung rings um das Dorf sicherzustellen, sagt Schwoch und berichtet, dass Bölle und die Gräben zugewuchert seien. „Bei starkem Niederschlag ersäuft Hollenstedt“, befürchtet er.

Für das kommende Jahr ist nach Angaben des Ortsbürgermeisters eine Feier anlässlich des 1075-jährigen Bestehens der Ortschaft geplant. Die Beschaffung eines Festzeltes sei aber jetzt schon schwierig, berichtet Schwoch, da es für das kommende Jahr angesichts der vielen durch die Corona-Pandemie ausgefallenen Veranstaltungen einen großen Nachholbedarf gebe.

Da der bisherige Hollenstedter Jugendpfleger aus beruflichen Gründen seine ehrenamtliche Tätigkeit nicht weiter ausführen kann, ist der Ortsrat auf der Suche nach einem Nachfolger.

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