Erste Produkte stehen in Berliner Shopping-Mall

Neu: Wellpappe aus Gras von Thimm aus Northeim

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Eine moderne Wellpappenanlage in Northeim: Auf dieser Maschine wird auch die neue Wellpappe aus Gras und Altpapier hergestellt.

Eine Neuheit hat jetzt der Northeimer Wellpappehersteller Thimm auf den Markt gebracht: Wellpappe aus Graspapier.

Die ersten Verkaufsaufsteller, auch Displays genannt, aus Gras-Wellpappe werden aktuell in der weltweit ersten Concept-Shopping-Mall „Bikini Berlin“ nahe der Gedächtniskirche eingesetzt.

Thimm produziere diese ressourcenschonende Wellpappe an mehreren Orten in Deutschland, darunter auch in Northeim, sowie in Tschechien, heißt es von Unternehmenssprecherin Nicole Gloth. Das Papier dafür komme aus einer deutschen Papierfabrik als Vorlieferant. In Northeim werde der Rohstoff auf der modernen Wellpappenanlage im Werk an der Breslauer Straße zu Wellpappe verarbeitet.

Aus Graswellpappe: ein sogenanntes Display, hergestellt von Thimm.

Mit der Herstellung von Graswellpappe könne Thimm den Kunden eine weitere umweltfreundliche Alternative anbieten, so Gloth. Basis der Wellpappe sei Graspapier, das eine verbesserte Ökobilanz gegenüber holzbasiertem Papier aufweise. Graspapier bestehe zu 30 Prozent aus Graspeletts und zu 70 Prozent aus Altpapier. Das Gras werde mehrmals im Jahr von gesetzlich festgelegten, landwirtschaftlich nicht genutzten Ausgleichsflächen gewonnen.

Auf diesen Grünflächen werde weder gedüngt noch eine chemische Behandlung ausgeführt. Die Bewirtschaftung der Flächen stelle für Landwirte eine zusätzliche Einnahmequelle dar.

Für die Papierproduktion würden die aus Gras bestehenden Peletts durch mechanische Prozesse aufbereitet, heißt es von der Thimm-Zentrale in Northeim. Das führe in der Papierfabrik zu einem extrem geringen Wasserverbrauch. Unternehmen und Umwelt profitierten zudem von einer geringeren CO2-Emission als bei herkömmlicher Papierherstellung.

Graswellpappe lasse sich wie normale Wellpappe stanzen, falten oder kleben. Mittels aller gängigen Druckverfahren innerhalb der Thimm-Gruppe lasse sich auch Graswellpappe exzellent bedrucken. Die Papierstruktur sei danach weiter erkennbar und biete eine gute Wiedergabe der Farben.

Wellpappe aus Graspapier könne für Verpackungen und Displays verwendet werden und fördere den Trend zu papierbasierten nachhaltigen Verpackungslösungen, fährt die Thimm-Sprecherin fort.

Die ersten Aufsteller aus Graswellpappe produzierte Thimm für die Firma Foodbuzz, einem Vermarkter für Food-Startups. Foodbuzz präsentiert bis Januar 2020 neue Produkte von Food-Startups in einem eigenen Laden im Bikini Berlin.

Die Palettendisplays bestehen aus unbedruckten Standard-Trägern, kombiniert mit einem Displaymantel. Der Mantel sei im Digitaldruck bedruckt worden und biete den Lebensmittel-Startups eine aufmerksamkeitsstarke Präsentationsfläche.

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