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Entscheidung erst im Herbst

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Von: Olaf Weiss

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Der Anbau einer Scheune dient der Ortsfeuerwehr Berwartshausen als Gerätehaus. Er erfüllt seit Langem nicht mehr die Anforderungen an ein modernes Feuerwehrhaus.
Der Anbau einer Scheune dient der Ortsfeuerwehr Berwartshausen als Gerätehaus. Er erfüllt seit Langem nicht mehr die Anforderungen an ein modernes Feuerwehrhaus. © Hubert Jelinek

Northeim – Die Entscheidung über den Bau eines Feuerwehrhauses in Berwartshausen ist auf den Herbst vertagt. Der Northeimer Ratsausschuss für Feuerwehr, Katastrophenschutz und Sicherheit hat seine Beschlussempfehlung in dieser Frage auf Antrag der SPD vertagt.

Es gebe keinen Zeitdruck, hatte Ausschussmitglied Berthold Ernst (SPD) betont, denn im nächsten und im übernächsten Jahr werde sowieso noch nicht gebaut. Das Stadtkommando der Feuerwehr soll sein Votum noch einmal in einer Präsenzsitzung neu fassen. Danach will der Ausschuss mit dem Kommando ins Gespräch kommen.

Berthold Ernst (SPD)
Berthold Ernst (SPD) © Hubert Jelinek

Ernst kritisierte in der Sitzung des Feuerwehr-Ausschusses, dass das Votum des Northeimer Stadtkommandos für den Neubau nicht in einer Sitzung in Präsenz gefasst worden sei, sondern in Form einer Abfrage über den Messenger-Dienst Whatsapp erfolgte. So eine wichtige Frage müsse aber in einer gemeinsamen Sitzung diskutiert werden. Vor einer Abstimmung im Ausschuss müsse auch ein Dialog der Ausschussmitglieder mit dem Stadtkommando stattfinden.

Er, Bürgermeister Simon Hartmann (SPD) und Reta Fromme (CDU) betonten, dass das Ziel sei, eine Entscheidung auf Basis eines Konsenses mit der Feuerwehr zu treffen.

Während sich Ernst für den Bau eines Feuerwehrhauses in Berwartshausen aussprach, argumentierte Maik Schmitz (AfD) dagegen. Ernst erinnerte daran, dass die Ortswehr Berwartshausen nach der Auflösung der Ortsfeuerwehr in Schnedinghausen (170 Einwohner) auch den Brandschutz für die Nachbarortschaft wahrnehme. Er verwies außerdem auf das Beispiel der Osteroder Ortschaft Marke, die mit 120 Einwohnern auch nur geringfügig größer sei als Berwartshausen (82 Einwohner). Auch dort gebe es eine funktionierende Wehr – und ein schönes von der Stadt Osterode getragenes Feuerwehrhaus.

Auch wäre es für Berwartshausen und das Dorfleben ein schwerer Verlust, wenn die Feuerwehr dadurch aus dem Ort herausgerissen, dass sie ihren Standort in einer Nachbarortschaft bekommen soll.

Maik Schmitz (AfD)
Berthold Ernst © Hubert Jelinek

Schmitz hielt dagegen, dass die Investition von bisher kalkulierten 1,2 Millionen Euro, die angesichts der Kostensteigerungen im Bausektor sich auch schnell auf 1,6 Millionen Euro und mehr erhöhen können, für einen 80-Seelen-Ort nicht zu rechtfertigen sei. Er empfahl den Berwartshäuser Brandschützern, zu einer Kooperation mit der Wehr in Höckelheim oder der in Hillerse zu kommen, die beide jeweils nur rund zwei Kilometer entfernt seien. Die Wehren Imbshausen, Lagershausen und Denkershausen, die ein gemeinsames neues Feuerwehrhaus planen, seien ein gutes Beispiel.

Zu Beginn der Diskussion verteidigte der Bürgermeister seine Beschlussvorlage, die vorsieht, dem Votum des Stadtkommandos zu folgen, und Geld für den Neubau in Berwartshausen bereitzustellen. Allerdings soll nach HNA-Informationen die bei der Whatsapp-Abfrage zustande gekommene Entscheidung sehr knapp gewesen sein.

Hartmann erinnerte dabei aber auch an die Entscheidungen der Ortswehren Hillerse und Berwartshausen vom Herbst 2017. Damals hatten sich beide gegen eine gemeinsame Nutzung des Feuerwehrhauses in Hillerse ausgesprochen.

Simon Hartmann (SPD)
Simon Hartmann (SPD) © Hubert Jelinek

Es sei vor dem Hintergrund der Pläne in Imbshausen, Lagershausen und Denkershausen sowie in Hollenstedt und Stöckheim gemeinsame Feuerwehrhäuser zu bauen, logisch, dass im politischen Raum ein solches Vorgehen auch für Berwartshausen befürwortet werde. Er sagte auch, dass bei einer Begehung der sogenannten Moore-Dörfer in Berwartshausen von Ortsvorsteher Lutz Keeese als die wichtigste Infrastrukturmaßnahme nicht der Bau des Feuerwehrhauses, sondern die Umgestaltung der Kreuzung in der Ortsmitte genannt worden sei. Am Ende müsse die Frage, wie die Feuerwehr weiter entwickelt werde, aber im Konsens beantwortet werden. (Olaf Weiss)

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