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Hallenbäder senken die Temperaturen in den Schwimmbecken

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Von: Rosemarie Gerhardy

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Die Betreiber der Hallenbäder versuchen, wie auch hier in Nörten-Hardenberg, vor allem über ein Absenken der Wassertemperatur Energie einzusparen.
Die Betreiber der Hallenbäder versuchen, wie auch hier in Nörten-Hardenberg, vor allem über ein Absenken der Wassertemperatur Energie einzusparen. © Hubert Jelinek

Die steigenden Energiepreise zwingen die Hallenbadbetreiber zum Handeln, um Gas- und Stromverbrauch zu senken und Kosten zu sparen. Erstes Mittel der Wahl ist bei den Bädern die Senkung der Wassertemperatur.

Landkreis Northeim – „Wir sind froh, dass die Besucher unsere Maßnahmen mittragen“, berichtet Christiane Johanning Vorstandsmitglied des Uslarer Badelandes. Mit einer Temperaturabsenkung von 2 Grad auf 27 Grad könnten 20 Prozent Gas eingespart werden. Damit würde zumindest ein Teil der Kosten kompensiert. Zudem sehe man sich auch moralisch verpflichtet, Energie zu sparen.

Uslarer Badeland

Sie hoffe, dass der Badebetrieb in diesem Winter weitergehen kann, denn es gebe eine große Nachfrage mit Warteliste an Schwimmkursen. Der Badebetrieb sei zudem wichtig, um den Gesundheitssport zu erhalten.

Sie verweist außerdem darauf, dass im kommenden Jahr eine umfangreiche energetische Sanierung des Bades vorgesehen sei.

Aktuell würde man aber noch über weitere Einsparmöglichkeiten für diese Saison beraten. Die Preise seien schon Anfang des Jahres erhöht worden. Dennoch sei man noch ein günstiges Familienbad, betont Christiane Johanning.

Hallenbad Nörten-Hardenberg

Im Nörten-Hardenberger Hallenbad hat man laut Jürgen Werner, stellvertretender Vorsitzender im Vorstand der Hallenbad-Genossenschaft, bereits Ende April erste Einsparmaßnahmen ergriffen.

Der Wellnessbereich, die Sauna und der Whirlpool wurden geschlossen. Die Temperatur im Therapiebecken wurde auf 30 Grad gesenkt und die im Schwimmbecken um zwei auf jetzt 27 Grad verringert.

Allein diese Absenkung bringe rund 25 Prozent Ersparnis. Man taste sich zudem langsam heran, wie weit die Temperatur noch mehr gesenkt werden könne, so Werner. Auch die Lufttemperatur wurde auf 29 Grad reduziert. Zudem habe man weiter Einsparmaßnahmen wie die Installation von neuen Duschsparköpfen, Rohrisolierung und Lichtoptimierung vorgenommen.

Im Nörtener Finanzausschuss soll demnächst beraten werden, ob der Flecken gegebenenfalls bei einer Deckungslücke einspringen würde, berichtet Jürgen Werner von der Hallenbad-Genossenschaft. Da das Hallenbad auch von vielen Schulklassen, Vereinen und Therapiegruppen genutzt werde, hoffe er sehr, dass das Bad auch bei weiteren Belastungen „am Leben erhalten werden kann“.

Northeimer Hallenbad

In dem von der Northeimer Sport und Freizeit GmbH (NomSF) betriebenen Hallenbad Northeim wurde bereits vor Wochen die Wassertemperatur um zwei Grad gesenkt. Das Schwimmerbecken hat nun 26 Grad, das Nichtschwimmerbecken 28 Grad. Damit könnten 12 bis 15 Prozent der Energie eingespart werden, so Lars von Minden, Sprecher der Stadtwerke Northeim und der NomSF. Darüber hinaus seien von den Gremien noch keine weiteren Änderungen beschlossen worden. Allerdings beobachte man die Lage.

Falls die Bundesregierung die Warnstufe 3 des Gasnotfallplans ausrufen würde, sei man natürlich an diese Beschlüsse gebunden, so von Minden.

Sole-Waldschwimmbad Bad Gandersheim

In Bad Gandersheimer Sole-Waldschwimmbad wird bereits viel Energie aus Solarkraft gewonnen, so Vorstandsmitglied Hardy Erhardt. Zudem hätte man noch einen guten Gasvertrag mit einem Versorger abgeschlossen, sodass die Preise vorerst noch recht günstig bleiben würden. Außerdem habe man in den vergangenen zehn Jahren viel in Dämmung investiert, das komme dem Bad in der jetzigen Situation zugute. Auch beim Licht sei auf LED-Beleuchtung umgestellt worden, deshalb sei der Stromverbrauch minimal. Zudem wolle man den Strom aus dem eigenen Blockheizkraftwerk in Zukunft verstärkt selbst nutzen.

Die Wassertemperatur wurde dennoch auf 28 Grad reduziert. Viel mehr ginge da aber nicht, denn viele therapeutische Gruppen würden das Bad nutzen und diese brauchen eine gewisse Grundtemperatur.

Von einer Verkürzung der Öffnungszeiten hält er nichts. Das mache keinen Sinn, denn das Wasser sei ein großer Speicher, der auf Temperatur gehalten werden muss. Mit Blick auf die kommenden Monate hofft Erhardt, dass auch das Sole-Waldbad mit seinem Angebot offengehalten werden kann. Man sei ja kein Spaßbad, sondern wichtig für viele Therapie- und Reha-Gruppen von Bedeutung. An der Preisschraube für den Eintritt solle nicht mehr gedreht werden. Der Eintritt sei erst Anfang des Jahres erhöht worden.

Hallenbad Greene

Auch im Hallenbad Greene soll laut dem Vorsitzenden des Fördervereins, Heinrich Langheim, ab der Eröffnung am 3. Oktober die Temperatur um drei Grad auf 27 Grad abgesenkt werden. Schon jetzt lägen viele Anmeldungen für die verschiedenen Kurse vor. An eine Erhöhung der Eintrittspreise werde aktuell nicht gedacht, aber die Kursgebühren müssten etwas teurer werden, kündigt er an.

Badeparadies Eiswiese Göttingen

Im Göttinger Badeparadies Eiswiese wurden bereits am 8. August aus Energiespargründen in der Saunawelt im Außenbereich die Aufguss-Arena, die Kristall- sowie die Blockhaussauna geschlossen. Die Saunen und das Dampfbad im Innenbereich sind aktuell noch weiterhin geöffnet, ebenso die Doppel-Maa-Sauna, der Saunagarten sowie die darin befindlichen Ruhebereiche und Becken. Das Thermalsolebecken wurde zudem auf 31 Grad herabgesenkt, heißt es auf der Homepage des Badeparadieses.

Aktuell wird jedoch auf politischer Ebene in Göttingen diskutiert, auch die große Bade- und Saunalandschaft zu schließen. Nur das Gruppen- und Bewegungsbad soll geöffnet bleiben.

Das will die Stadt dem eigenen Betreiber und der Geschäftsführung der Göttinger Sport und Freizeit GmbH (GöSF) nach Beschluss im Finanzausschuss am Montag, 5. September (wir berichteten), anweisen. Doch dagegen regt sich Widerstand. (Rosemarie Gerhardy)

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