Ausbringung von organischem Dünger soll beschränkt werden

Neue Gülleverordnung: Bauern im Kreis Northeim stinkt’s

Gülleausbringung: Weil in Regionen wie Cloppenburg mit einem hohen Anteil von Betrieben mit Massentierhaltung die Trinkwasserqualität leidet, soll die Düngung mit Gülle stärker reglementiert werden. Foto:  dpa

Northeim. Die geplante neue Düngeverordnung durch den Bund bringt die Landwirte im Kreis Northeim auf die Palme. Hauptkritikpunkt ist die Ausweitung des Ausbringungsverbots von Gülle um einen auf vier Monate.

Die Novellierung sieht vor, dass Gülle nur noch bis Ende September aufs Feld gebracht werden darf. Bislang ist das auch noch im Oktober möglich. Erstmals soll zudem für Festmist eine Sperrfrist eingeführt werden, und zwar vom 1. Dezember bis 31. Januar.

„Das wird kleinere Betriebe in Schwierigkeiten bringen“, sagt der Vorsitzende des Kreisbauernverbands Northeim-Osterode, Hartmut Danne. Sie müssten die Lagerkapazitäten für Gülle erweitern, neue Tanks bauen und unter Umständen in neue Misteplatten zur Lagerung des Festmists investieren. Danne: „Da stoßen viele an ihre Grenzen, diese Investitionen können sie nicht tragen.“

Auch der bürokratische Aufwand wird steigen, denn die neue Verordnung verlangt von den Landwirten aufwendigere Berechnungen und Nachweise darüber, was feldgenau auf die Äcker kommt. Auch die Ausbringung von Gärresten aus Biogasanlagen muss künftig angegeben werden.

Ziel der Verordnung ist der nachhaltige Schutz des Trinkwassers vor gesundheitsschädlichem Nitrat-Eintrag.

Der Vorsitzende des Kreisbauernverbands wünscht sich mehr Flexibilität bei Düngerausbringung und keine festen Sperrzeiten. Am 1. Oktober sei oft die Ernte noch nicht einmal endgültig eingefahren, und dann dürfe schon nichts mehr ausgebracht werden.

Landwirte in Südniedersachsen, wo das Trinkwasser gute Qualität habe, hätten die Zeche dafür zu zahlen, dass zum Beispiel im Raum Cloppenburg mit hoher Massentierhaltung die Nitratgrenzwerte überschritten würden.

Das hiesige Trinkwasser ist sauber, berichten indes die kommunalen Wasserversorger. Die Nitratwerte der Brunnen im Kreis Northeim liegen oft weit unter der Hälfte des Grenzwertes von 50 Milligramm/Liter.

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