Stadt will über Finanzierung und Nutzung mit dem Landkreis neu verhandeln

Neue Northeimer Schuhwallhalle wird teurer als erwartet

Die zu erwartenden Kostensteigerungen werden wohl dazu führen, dass der Ersatzbau für die alte Schuhwallhalle (Bild) insgesamt knapp 17 Millionen Euro kosten wird. ARCHIV
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Die zu erwartenden Kostensteigerungen werden wohl dazu führen, dass der Ersatzbau für die alte Schuhwallhalle (Bild) insgesamt knapp 17 Millionen Euro kosten wird. ARCHIV

Bei der neuen Schuhwallhalle gibt es noch Redebedarf zwischen Stadt und Landkreis.

Northeim – Die Stadt und der Landkreis Northeim sollen über die Finanzierungs- und Nutzungsvereinbarung für die neue Schuhwallhalle noch einmal verhandeln beziehungsweise die vorliegenden Vereinbarung entsprechend ergänzen. Dafür hat sich der Rat der Stadt Northeim in seiner jüngsten Sitzung vor dem Hintergrund der zu erwartenden Kostensteigerungen einstimmig ausgesprochen.

Bürgermeister Simon Hartmann geht davon aus, dass die Gesamtkosten letztendlich bei knapp 17 Millionen Euro liegen werden.

Hauptknackpunkt der von der Stadtverwaltung zur Abstimmung vorlegten bisherigen Vereinbarung war aus Sicht des Rates die Höhe der vom Landkreis zugesicherten Investitionszuweisung in Höhe von 4,2 Millionen Euro. Auch wenn die 1,2 Millionen Euro über der ursprünglich zugesagten Summe lag und darüber hinaus in der Vereinbarung für die Jahre 2024 bis 2026 eine jährliche Preissteigerung von 3,5 Prozent vom Landkreis mitgetragen werden sollte, befürchten die Northeimer Ratsmitglieder angesichts der zu erwartenden Kostensteigerungen große finanzielle Nachteile für die Stadt.

„Mit dieser Vereinbarung werden wir von der Landrätin über den Tisch gezogen“, nahm FDP-Fraktions-Chef Eckhard Ilsemann kein Blatt vor den Mund. Aus seiner Sicht war schon der vom Landkreis im Vorfeld der Diskussion um die neue Schuhwallhalle angebotene Bau einer Zweifeldhalle für drei Millionen Euro angesichts der zur erwartenden Preissteigerungen strittig. Und die Regelung, wonach der Landkreis sich erst ab 2024 an eventuellen Mehrkosten beteiligen wolle, gehe an der Realität vorbei. „Eine Nachverhandlung ist daher nötig“, so Ilsemann. „Oder zumindest die Ergänzung der Vereinbarung mit dem Landkreis um eine entsprechende Klausel.“

Kritisch sahen die Ratsmitglieder außerdem, dass nach der bisher vorliegenden Vereinbarung dem Landkreis Northeim, der die neue Halle für den Sportunterricht der in seiner Trägerschaft befindlichen Oberschule nutzen wird, hinsichtlich der Nutzungsentgelte Nachlässe eingeräumt werden sollen.

Berthold Ernst (SPD) verwies darauf, dass der Landkreis die Höhe seines Zuschusses damit begründet hatte, dass der Bau einer Dreifeldhalle mit Tribüne als Schulsporthalle nicht notwendig sei. Gleichzeitig betreibe der Landkreis aber als Träger der Rhumetalschule in Lindau genau eine solche Halle. Ebenso wie Hans Harer (Grüne) sieht Ernst „die Wurzel allen Übels“ im Zusammenhang mit der neuen Schuhwallhalle in der Weigerung des ehemaligen Landrates Michael Wickmann (SPD), bei der Übernahme der weiterführenden Schulen auch die Northeimer Schuhwallhalle zu übernehmen.

Der Northeimer Kreistag hat inzwischen in seiner jüngsten Sitzung, die einen Tag später stattfand, beschlossen, mit der Stadt Northeim neu über Finanzierung und Nutzung der Sporthalle am Schuhwall zu verhandeln. Zuvor hatte der Northeimer Ratsherr und Kreistagsabgeordnete, Heiner Hegeler (CDU), in der Sitzung über das Ergebnis der Northeimer Ratssitzung berichtet. 

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