Neue Selbsthilfegruppe für Menschen mit Schuppenflechte

Gründen die Selbsthilfegruppe: Sonja Klein (rechts) wird dabei unterstützt von Caritas-Geschäftsführer Zdravko Dusanek (links), ihrem Ehemann Lars Klein und dem acht Monate alten Jayson. Foto: Niesen

Northeim. Sonja Klein aus Northeim leidet selbst seit ihrem dritten Lebensjahr an Schuppenflechte. Jetzt hat sie eine Selbshilfegruppe ins Leben gerufen.

„Glücklich Leben mit Schuppenflechte“ oder kurz GLMS heißt eine neue Selbsthilfegruppe, die sich erstmals am Mittwoch, 28. Januar, um 19.30 Uhr im Caritas-Familienbüro am Breiten Weg 2 in Northeim trifft. Den Anstoß dazu hat die Northeimerin Sonja Klein (30) gegeben, die an der Hautkrankheit, die auch unter dem Namen Psoriasis bekannt ist, seit dem Alter von drei Jahren leidet.

Die Mutter von drei Kindern im Alter von sieben und fünf Jahren sowie von acht Monaten will an Schuppenflechte erkrankten Menschen Mut machen, „aus ihren Verstecken zu kommen“: „Man kann die Krankheit haben, aber trotzdem glücklich sein.“

Die junge Frau, die bei ihrem Engagement tatkräftig von ihrem Ehemann Lars (37) unterstützt wird, wurde bereits im September 2013 zur bundesweiten Psoriasis-Botschafterin des Biotechnologie-Konzern Biogen Idec ernannt, dessen deutscher Sitz in Ismaning bei München ist und der sich auf die Erforschung und Behandlung der Hautkrankheit spezialisiert hat.

Dafür hatte sich Sonja Klein mit einem Foto von Kindern beworben, die über eine Wiese rennen. Als Motiv für ihre Bewerbung schrieb sie: „Ich möchte meine Kinder im Sommer aus dem Kindergarten abholen können, ohne jedem skeptisch fragendem Kind Erklärungen zu geben, was ich habe.“

Nicht ansteckend

Und Klein möchte auch aufklären. „Es ist viel Unwissenheit in der Bevölkerung. Die führt sogar dazu, dass sich Leute ekeln und abwenden, wenn sie jemanden mit Schuppenflechte begegnen.“ Erkrankte wiederum verstecken und schämen sich, dass sie diese Krankheit haben. „Dabei ist sie nicht ansteckend und viel häufiger als man denkt. Jeder Vierte leidet daran.“

Die Northeimerin möchte betroffene Frauen und Männer aus der Isolation herausholen und ihnen Mut machen. Sie sollen sich nicht unterkriegen lassen und zeigen, dass man auch mit Psoriasis das Leben genießen kann. „Man kann trotzdem T-Shirts und Kleider anziehen und ins Schwimmbad gehen.“

Die neue Selbsthilfegruppe gründet sie in Zusammenarbeit mit der ZISS Selbsthilfekontakstelle der Northeimer Caritas. Deren Geschäftsführer Zdravko Dusanek, ein Experte für Selbsthilfegruppen, wird die die ersten Treffen begleiten. Nach dem Auftakttreffen am 28. Januar sind weitere unter anderem am 9. und 25. Februar um 19.30 Uhr im Caritas-Familienbüro geplant. (zhp)

Kontakt: Sonja Klein, Tel. 0176-55267230, oder im Internet unter www.facebook.com/psoriasisbotschafter

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