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Ein neuer Aufzug für den Northeimer Bahnhof

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Von: Kathrin Plikat

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Aufzug Bahnhof Northeim Person steht davor
Soll ab Dienstag Woche erneuert werden und wird dafür für rund ein halbes Jahr gesperrt: der Fahrstuhl am Northeimer Bahnhof. © Konstantin Mennecke/Archiv

Die Deutsche Bahn AG wird den Aufzug am Northeimer Bahnhof erneuern. Los geht es am Dienstag. Gerechnet wird mit rund sechs Monaten Bauzeit. Dafür gibt es Kritik vom Beirat für Menschen mit Behinderungen im Kreis Northeim.

Northeim – Der Northeimer Bahnhof bekommt einen neuen Fahrstuhl: Ab Dienstag, 1. November, tauscht die Deutsche Bahn (DB) den Aufzug an Gleis 2/3 aus, heißt es in einer Pressemitteilung. Die Deutsche Bahn rechne mit einer Fertigstellung im Mai nächsten Jahres, heißt es weiter.

Warum die Bauarbeiten ein gutes halbes Jahr dauern, begründete eine Bahnsprecherin mit umfangreichen Arbeiten, „die leider eine gewisse Zeit benötigen.“ Die Deutsche Bahn könne aber versichern, dass die Bauzeit so kurz wie möglich gehalten werde. Für den Austausch müsse zunächst die alte Technik demontiert werden. Die Vermessung und Produktion des neuen Fahrstuhls seien bereits abgeschlossen. Die neue Aufzuganlage werde anschließend vor Ort montiert, eingebaut und mehreren Tests unterzogen. Die DB-Sprecherin betont, dass der Austausch notwendig sei, weil der alte Aufzug seine „Lebensdauer“ erreicht habe.

Reisende mit Rollstuhl könnten am Northeimer Bahnhof während der Bauzeit Unterstützung vom örtlichen Serviceteam bekommen, das sogenannte Treppenraupen einsetze, damit die Treppen von und zu den Gleisen bewältigt werden können. Dafür sei aber eine rechtzeitige Anmeldung über die Mobilitätsservice-Zentrale unter Telefon 030/652128 88 oder per E-Mail an msz@deutschebahn.com notwendig, und zwar bis spätestens 20 Uhr des Vortages, bei internationalen Reisen spätestens 48 Stunden im Voraus, heißt es weiter.

Natürlich gebe es von den Mitarbeitern auch Unterstützung beim Ein-, Aus- oder Umsteigen, Reisende könnten Mitarbeiter mit einer roten Mütze mit dem Aufdruck Service ansprechen, rät die Bahn-Sprecherin. Wie allerdings Reisende, die mit Kinderwagen unterwegs sind oder schweres Gepäck transportieren müssen, die Treppen bewältigen sollen, sagte die Bahnsprecherin nicht.

Kritik unter anderem an der Dauer des DB-Bauvorhabens am Bahnhof Northeim übt Monika Nölting, Vorsitzende des Beirats für Menschen mit Behinderungen im Landkreis Northeim. Sie könne nicht verstehen, warum das Vorhaben im Herbst/Winter gestartet werde. „Kein Wunder, dass sich das über Monate hinzieht. Der Baustart im Frühjahr wäre bestimmt sinnvoller gewesen.

Das von der DB beworbene Serviceangebot für Rollstuhlfahrer funktioniere selten und vor allem anders, als die Bahn mitgeteilt habe. Das haben sie und andere Rollstuhlfahrer bereits erfahren müssen. „Das muss vier Tage vorher angemeldet werden. Wenn mein Zug zum Beispiel aus Hannover aber Verspätung hat und ich in Göttingen den Anschlusszug nach Northeim nicht bekomme, verschwinde ich aus welchen Gründen aus der Service-Buchung und dann ist eben kein Service-Mitarbeiter der Bahn am Bahnsteig.“

Seit Monaten fordere sie bei der DB eine Verbesserung des Serviceangebots – ohne Erfolg. Auch die Kommunalpolitik in Stadt und Landkreis habe sie bereits um Hilfe gebeten. „Schade, dass man hier so wenig Unterstützung bekommt.“ (kat)

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