Kreis-Sparkasse: Drei Viertel der Bauplätze sind bereits vergeben

Neuer Stadtteil wächst auf ehemaligem Northeimer Klinik-Areal

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Das Neubaugebiet aus der Luft: Der große Bau ist der neue Edeka-Supermarkt. Die neue Straße am Markt entlang heißt Robert-Schnabel-Straße. Dort stehen schon zwei Mehrfamilienhaus-Komplexe. Rechts im Bild entstehen 13 Einfamilienhäuser. 

Northeim. Eineinhalb Jahre nach Abriss des alten Northeimer Krankenhauses wächst auf dem Ex-Klinikgelände zwischen Wallstraße und Sturmbäume ein neues Stadtviertel heran.

Neben dem Edeka-Supermarkt sind bereits zwei modern gestaltete und barrierefreie Mehrfamilienhaus-Komplexe und zwei Einfamilienhäuser so weit fertig gebaut, dass sich Besucher ein Bild von der Gestalt des neuen Quartiers machen können.

Viele Bauprojekte starten in diesem Jahr

Die Kreis-Sparkasse Northeim (KSN) als Grundstückseigentümerin zeigt sich mit der Vermarktung des vier Fußballfelder großen Areals überaus zufrieden. „Alle 13 Einfamilienhausgrundstücke im oberen Bereich des Geländes sind bereits verkauft“, sagt Bernd Sommer, KSN-Vorstandsmitglied und zuständig für die Vermarktung des Ex-Klinikareals. Zwei Einfamilienhäuser sind im Bau, fünf weitere Eigentümer werden laut Sommer in Kürze starten, der Rest werde wohl im Laufe dieses Jahres beginnen.

Fenstereinbau: Der Edeka-Markt ist im Bau schon weit fortgeschritten. Am 10. August soll das Geschäft eröffnen.

Auch der Edeka-Supermarkt von Tobias Schnabel befindet sich in der Bauendphase. Derzeit werden die Fenster eingesetzt, in der nächsten Woche wird laut Schnabel der Fußboden erstellt, am 10. August soll Eröffnung sein.

Ebenfalls noch in diesem Jahr sollen die beiden im Bau befindlichen Mehrfamilienhaus-Komplexe an der Hauptzufahrt zum Neubauareal, der Robert-Schnabel-Straße, fertig werden. Bauherren sind die Firmen Mönnig (Elvershausen) und Schonlau (Hardegsen). Während beim mit Erdwärme beheizten Mönnig-Bau alle 18 Eigentumswohnungen bereits verkauft sind, sind im darüberliegenden Schonlau-Haus mit 20 Wohneinheiten laut Sparkasse noch vier Wohnungen zu haben.

Nächstes Projekt wird der Bau eines Mehrfamilien-Mietshauses an der Ecke Sturmbäume/Robert-Schnabel-Straße durch die Wohnungsbaugesellschaft „Wohnen in Northeim“ sein. In dem Gebäude soll auch ein Kindergarten entstehen.

Neues Baugebiet ist ein Magnet

Northeim kann sich mit diesem neuen Baugebiet wirklich sehen lassen, es ist ein hervorragendes, stadtnahes Areal“, sagt Bernd Sommer, Vorstandsmitglied der Kreis-Sparkasse Northeim, die das Ex-Klinik-Gelände in Northeim als Eigentümerin vermarktet.

Nicht nur aus dem engeren Northeimer Umland gebe es Nachfragen nach Wohnungen und Grundstücken, fährt er fort. Auch aus dem Göttinger Raum habe man viele Interessenten gezählt. Und viele Göttinger hätten auch Grundstücke beziehungsweise Wohnungen gekauft.

175 Neubürger

So ist die Planung: Die kleinen grauen Flächen in der Grafik sind Einfamilienhäuser, in der Mitte befindet sich der Supermarkt. Der restliche Baukörper sind Mehrfamilienhäuser. 

Für die Stadt Northeim bedeute dies einen Einwohnerzuwachs. Betrachte man nur die bereits verkauften 13 Grundstücke, auf denen Einfamilienhäuser entstehen, und die beiden im Rohbau schon fast fertigen Mehrfamilien-Wohnblöcke mit 38 Wohnungen, könne man geschätzt von rund 175 Menschen sprechen, die sich auf dem Neubau-Areal ansiedeln werden. „Viele davon werden Northeimer Neueinwohner sein“, sagt Sommer.

Das nächste Projekt, das auf dem Ex-Klinik-Areal entstehen wird, soll ein L-förmiges Mehrfamilien-Mietshaus mit angegliederter Kindertagesstätte an der Ecke Sturmbäume/neue Robert-Schnabel-Straße (Hauptdurchfahrtsstraße durchs Baugebiet) sein, gebaut von „Wohnen in Northeim“.

Anschließen soll sich ein weiteres Mehrfamilienhaus mit Eigentumswohnungen an der Ecke Schnabelstraße/Wallstraße. Sommer: „Wir konzentrieren uns erst mal auf die Bebauung entlang der Robert-Schnabel-Straße, dann sehen wir weiter.“

Straßenfront: Die mehrgeschossigen Häuser an der Robert-Schnabel-Straße.

Es gibt allerdings auch dann noch weitere Bauflächen auf dem Ex-Klinikgelände. Zwischen dem Einfamilienhausbereich im oberen Teil der Neubaufläche, der Robert-Schnabel-Straße und der Straße Im Schliepas ist Platz für drei weitere Mehrfamilienhäuser.

An der Wallstraße, wo jetzt noch ein provisorisches Regenrückhaltebecken angelegt ist, ist Raum für ein weiteres Haus mit bis zu drei Etagen. Planungen für diese Mehrfamilienhäuser gibt es laut Bernd Sommer noch keine. „Das ist Zukunftsmusik“.

Zum Tage von Axel Gödecke: Filetstück tröstet

Es gibt auch zwei Jahre nach dem Umzug noch viele Northeimer, die ihrem innenstadtnahen Krankenhaus nachweinen. Doch immerhin ist es dem neuen Grundeigentümer, der Kreis-Sparkasse Northeim, in relativ kurzer Zeit gelungen, die Fläche einer Nachnutzung zuzuführen, die eines Mittelzentrums würdig und angemessen ist. Das tröstet.

Die Eigenheim-Grundstücke gingen weg wie warme Semmeln und auch die Eigentumswohnungen in den mehrstöckigen Bauten gleich nebenan stehen dem nicht nach. Zusammen mit dem schon fast fertigen neuen Supermarkt bildet das Ex-Klinik-Areal ein Filetstück, sodass sich das Geldinstitut um die Vermarktung der Restflächen sicher keinen Kopf zu machen braucht.

Für Northeim bedeutet das neue Stadtviertel mehr Steuereinnahmen durch neue Einwohner und zugleich einen lebendigen Gegenpool zum keine 500 Meter entfernten Hochhaus-Areal in der Südstadt, dem immer mehr die Luft ausgeht. An neuen Ideen für die Südstadt fehlt es weiterhin. Schade!

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