Familie muss weiter warten

Noch kein Stammzellenspender für achtjährige Alicia aus Hardegsen

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Warten immer noch auf einen Stammzellenspender für Alicia (sitzend rechts mit Stofftier): Mutter Nicole Horst, die Schwestern Fabienne und Melissa sowie Vater Philipp Horst.

Hardegsen. Die Deutsche Knochenmarkspenderdatei (DKMS) mit Sitz in Tübingen ist weiterhin auf der Suche nach einem Stammzellenzellenspender für die achtjährige Alicia aus Hardegsen.

Im August des vergangenen Jahres hatte es noch so ausgesehen, als wären drei potenzielle Spender gefunden worden. Doch die seien aus unterschiedlichen Gründen nicht in der Lage gewesen, die Spende anzutreten, heißt es in einem aktuellen Eintrag auf der Facebook-Seite des DKMS.

Alicia, die an der sogenannten Fanconi-Anämie, einer schweren Erkrankung des blutbildenden Systems leide, sei daher weiterhin dringend auf der Suche nach einem passenden Knochenmarkspender.

„Das Schlimmste ist das Warten und dass man selbst nichts tun kann, außer Alicia Hoffnung zu geben“, wird ihr Vater Philipp Horst in dem Eintrag zitiert. „Ihr da draußen seid diese Hoffnung“, bittet er die Facebook-Nutzer darum, sich als Stammzellenspender unter www.dkms.de/Alicia-1704 registrieren zu lassen.

Aufruf an Facebook-Nutzer

„Jeder einzelne erhöht die Chance, dass unsere Tochter einen passenden Spender findet“, sagt Horst. Wer in Frage komme, müsse sich bewusst machen, dass er jemandem damit das Leben retten könne. „Alicia ist eigentlich sehr aufgeweckt und quirlig, aber im Moment ist sie auch zeitweise schlecht gelaunt und traurig“, beschreibt er die gegenwärtige Situation. Vor ihrer Erkrankung seien Pferde für seine Tochter das ein und alles gewesen, und sie habe den Wunsch, die ganze Welt kennenzulernen. „Bitte ermöglicht es ihr“, wendet sich Horst an die Facebook-Nutzer.

„Dies ist für uns jetzt der einzige Weg, vielleicht doch noch einen Spender zu finden“, sagt seine Frau Nicole. „Ein weitere Typisierungsaktion hier vor Ort hätte nach Einschätzung der Knochenmarkspenderdatei erst in ein bis zwei Jahren wieder Aussicht auf Erfolg.“ Im Mai 2016 hatten sich bereits bei einer solchen Typisierungsaktion 1400 Menschen in Hardegsen Blut abnehmen lassen, um testen zu lassen, ob sie als Spender für Alicia in Frage kommen.

Der Facebook-Aufruf für Alicia, der hier zu finden ist, wurde bislang knapp 980 000-mal aufgerufen, 39 000-mal geteilt und 435-mal kommentiert.

Unter den Kommentaren finden sich unter anderem mehrere Einträge, in denen gefragt wird, warum die drei potenziellen Spender, die im vergangenen Jahr gefunden worden waren, nicht gespendet haben. Hierzu erklärt DKMS:

„Es kann mehrer Gründe geben, warum Spender letztlich dann doch nicht zur Spende antreten: medizinische Gründe (denn im Laufe des Lebens kommen Erkankungen dazu), Nicht-Erreichbarkeit (man vergisst, die Daten zu aktualisieren) oder man entscheidet sich aus persönlichen Gründen dagegen.“ Die Spende sei weiterhin eine freiwillige Angelegenheit, aber man sollte sich bewusst sein, dass man seine Bereitschaft nur aus schwerwiegenden Gründen zurückziehen sollte.

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