Via Niedersachsen räumt Verzögerungen ein

Wasserfledermaus musste umgesiedelt werden: A7-Ausbau bei Nörten-Hardenberg dauert ein Jahr länger

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Sechsspuriger Ausbau der Autobahn 7: Am Northeimer Freizeitsee entstehen gerade die Pfeiler für die neue Flutbrücke der Richtungsfahrbahn Hannover. Sie soll in diesem Jahr fertig werden.

Der sechsspurige Ausbau der A 7 zwischen Nörten-Hardenberg und Seesen dauert länger und wird teurer - Schuld ist die Wasserfledermaus.

  • Die A7 wird bei Nörten-Hardenberg (Niedersachsen) sechsspurig ausgebaut.
  • Der Ausbau verzögert sich um ein Jahr.
  • Grund: Die Wasserfledermäuse müssen umgesiedelt werden.

Northeim / Seesen – Das hat der Geschäftsführer von Via Niedersachsen Philippe Rossignol, am Dienstag bei einer Pressekonferenz in Seesen mitgeteilt. 

Wie er sagte, soll die Fertigstellung des 29 Kilometer langen Abschnitts nun bis Ende 2022 erreicht sein. Geplant war ursprünglich, dass der Ausbau ein Jahr früher beendet sein soll.

Grund für die Verzögerung: Umsiedelung der Wasserfledermäuse

Als Gründe für die Verzögerung verwies der Geschäftsführer auf die Umsiedlung der Wasserfledermäuse, die in der Autobahnbrücke über die Landesstraße zwischen Northeim und Hollenstedt ihr Sommerquartier hatten. Dafür hatte Via Niedersachsen im vergangenen Jahr drei Ersatzquartiere im Bereich der Seenplatte errichtet. Der Brückenabriss verzögerte sich aber.

Wasserfledermäuse müssen neue Quartiere noch akzeptieren

Eine kleinere weiter Verzögerung sei dadurch entstanden, dass die Wasserfledermäuse statt ins Ersatzquartier zunächst in eine andere Brücke umgezogen seien, die ebenfalls abgerissen werden sollte, erklärte Rossignol. Inzwischen hätten die Tiere aber die neuen Quartiere zumindest schon einmal inspiziert. Es sei in den für sie gebauten Häuschen Fledermauskot nachgewiesen worden.

Weiterer Verzögerungsgrund: Fund von archäologischen Siedlungsspuren aus der Jungsteinzeit

Philippe Rossignol, Geschäftsführer vonVia Niedersachsen

Außerdem haben archäologische Grabungen den Zeitplan durcheinandergebracht. Wie Rossignol sagte, seien bei Eboldshausen Siedlungsspuren aus der Jungsteinzeit gefunden worden. Mehr als 1100 Scherben aus der Zeit der Bandkeramischen Kultur (um 5000 v. Chr) wurden entdeckt. 

Entlang der A7-Baustelle wurden auch Spuren aus der Zeit der Römerschlacht entdeckt

Ihre Bergung und Konservierung hat nach den Worten von Via-Niedersachsen-Pressesprecher Steffen Schütz über 80 Wochen gedauert. Gefunden wurden aber auch Spuren von Gebäuden. Am Harzhorn seien außerdem Funde aus der Zeit der Römerschlacht entdeckt worden, darunter Speerspitzen.

Auch haben schwierige Bodenverhältnisse im Bereich Echte Veränderungen bei der Gründung von Brücken erfordert, so Via-Niedersachsen-Pressesprecher Steffen Schütz. Auch das habe den Bauablauf verändert.

Verzögerungen haben den Zeitplan um zwei Jahre durcheinander gebracht

Die Verzögerungen haben nach Rossignols Worten den Zeitplan um insgesamt zwei Jahre zurückgeworfen. Im Einvernehmen mit dem Bund habe man den Ablaufplan aber so überarbeitet, dass die Fertigstellung nur ein Jahr später sei als ursprünglich geplant 

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