Diskussion um Sanierungskosten entfacht

Ex-Fördervereinschef: „Northeim braucht zwei Freibäder“

Freibad aus der Vogelperspektive
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Das Bergbad in Northeim: Die Zuschauertribüne am Beckenrad ist marode und muss erneuert oder abgerissen werden.

Mit Unverständnis hat der ehemalige Vorsitzende des aufgelösten Bergbadfördervereins, Stefan Krauß, auf die Diskussion um das Bergbad und das Freibad Sudheim reagiert.

Northeim - Eine Kreisstadt mit nahezu 30 000 Einwohner brauche zwei Freibäder, die auch konzeptionell verschieden gestaltet und betrieben werden, sagte Krauß, der einst auch für die SPD im Rat saß.

Familien mit Kindern benötigten kurze Wege und eine gute Anbindung an den öffentlichen Nahverkehr. Den Freizeitsee für den reinen Wassersport (wie Segeln, Rudern, Tauchen, Windsurfen) als Alternative ins Spiel zu bringen, nannte er vor diesem Hintergrund boshaft.

CDU-Ratsfrau Reta Fromme hatte in der jüngsten Finanzausschusssitzung die Frage aufgeworfen, ob die Stadt wirklich zwei Freibäder brauche und auf das Hallenbad und die Badestelle am Freizeitsee als Alternativen hingewiesen.

Anlass waren die 835. 000 Euro für umfangreiche Sanierungsarbeiten an beiden Bädern im städtischen Haushaltsentwurf für das kommende Jahr. Für die Folgejahre 2023 und 2024 sind dann noch einmal jeweils 300. 000 Euro für beide Freibäder vorgesehen. (HNA berichtete).

„Die nun genannten Investitionssummen sind hoffentlich fundiert ermittelt worden“, äußerte sich Krauß skeptisch zu der Kalkulation. Oder seien sie Ausdruck des geringen Interesses der bei den Stadtwerken handelnden Personen am Fortbestand der Bäder.

Zudem seien die genannten Beträge sicherlich nicht komplett im kommenden Jahr notwendig. „Zu der Sanierung der Terrassen im Northeimer Bergbad hat der Förderverein Bergbad bereits vor Jahren eine kostengünstige Variante in die Diskussion gebracht“, sagte Krauß.

Auch frage sich der ehemalige Vorstand des Bergbad-Fördervereins, was mit den knapp 30. 000 Euro aus der Vereinsauflösung passiert sei, die zweckgebunden an die Stadt Northeim gegangen seien.

Dabei erinnerte Krauß auch daran, dass die Fördervereine für das Freibad Sudheim und das Northeimer Bergbad in den vergangenen Jahrzehnten sehr viel ehrenamtliches Engagement aufgebracht und zigtausende Spenden akquiriert hätten, um den Bürgern im wahrsten Sinne Sport und Freizeit zu bieten. (ows)

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