Mehrarbeit und Unklarheiten

DSGVO ist für Sportvereine im Kreis Northeim eine Herausforderung

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Die im Mai 2018 eingeführte Datenschutz-Grundverordnung stellt die ehrenamtlich Tätigen in Vereinen im Kreis Northeim vor eine Herausforderung.

Northeim/Uslar. Die im Mai vergangenen Jahres eingeführte Datenschutz-Grundverordnung stellt insbesondere die ehrenamtlich Tätigen in Vereinen im Kreis Northeim vor eine Herausforderung.

Zweck der neuen Verordnung ist es, europaweit die personenbezogener Daten, die unter anderem auch in Vereinen verarbeitet werden, zu schützen. Dieser Schutz führt soweit, dass beispielsweise ein Datenschutzbeauftragter ernannt werden muss, wenn mehr als zehn Personen im Verein ständig mit der automatisierten Verarbeitung personenbezogener Daten beschäftigt sind.

Diese Vielzahl an neuen Auflagen sorgen für jede Menge Fragen. „Wir haben zwei Informationsveranstaltungen durchgeführt, beide waren sehr gut besucht“, sagt Gerhard Haupt, Sprecher und Vize-Vorsitzender des Kreissportbundes Northeim-Einbeck auf HNA-Anfrage. Der Dachverband der Sportvereine habe den hohen Informationsbedarf der Vereine schnell erkannt und entsprechend reagiert. 

„Die neue DSGVO ist eine neue, große und mit vielem zusätzlichen Aufwand versehene Herausforderung an unsere Vereine, die die Ehrenamtlichkeit weiter erschwert“, betont Haupt. Viele Vereine im Kreis Northeim stellen das Verhältnis von Aufwand und Nutzen der Datenschutz-Grundverordnung in Frage, heißt es vom KSB. 

Eine zentrale Frage, die immer wieder auftrete, sei: Was passiert bei fahrlässigen Verstößen aufgrund von Unkenntnis? Eine Bewertung der Situation für die Vereine könne aufgrund der vielen Ungeklärtheiten laut Haupt nicht vorgenommen werden. „Wir haben, wie viele Kreissportbünde auch, beim Landesverband in Hannover um dringende Gesprächsaufnahme des Präsidiums mit der Politik gebeten“, sagt Haupt.

Dass die Unsicherheit ein Problem ist, zeigen die Zahlen des Landesdatenschutzbeauftragten. Gab es 2017 noch 4650 Anfragen, so waren es in 2018 bereits rund 10.000. Der Beratungsbedarf sei förmlich explodiert.

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