Einbruchsserie in Northeim aufgeklärt

Unglaublich: Einbrecher hilft Polizei unabsichtlich bei seiner Identifizierung

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Unglaublich: Einbrecher hilft Polizei unabsichtlich, ihn zu identifizieren

Der Einbrecher hinterließ an seinen Tatorten in und um Northeim mehrere Beweise und Indizien. Ein Fehler verriet ihn zweifellos.

  • Ein 51-Jähriger aus Northeim steht wegen Einbruch vor Gericht.
  • Der Mann hilft der Polizei unabsichtlich bei seiner Identifizierung.
  • Das Urteil ist gefallen.

Northeim - Das Amtsgericht in Northeim unter Vorsitz von Richter Dr. Martin Rammert hat einen 51-Jährigen aus Northeim wegen fünf Einbrüchen und Diebstählen zu drei Jahren und drei Monaten Haft verurteilt.

Das Gericht sah es als erwiesen an, dass der Angeklagte im Sommer und Herbst vergangenen Jahres in fünf verschiedene Gebäude eingebrochen ist. Mit seinem Urteil blieb das Gericht unter den von der Staatsanwältin geforderten vier Jahren Haft.

Den Einbruch mit dem wertvollsten erbeuteten Diebesgut machte der Angeklagte in einem Einfamilienhaus in Northeim. Die dort wohnende, mittlerweile verstorbene Hausbesitzerin war zu diesem Zeitpunkt im Krankenhaus. Während dieses Aufenthalts sollte eine 51-Jährige, die dort als Hauswirtschaftshilfe eines ambulanten Pflegedienstes arbeitete, die Blumen gießen.

Einbruch in Northeim: Fraglich, ob er alleine gehandelt hat - Polizei ermittelt

Der Angeklagte und die 51-Jährige kannten sich schon länger und sind seit Dezember 2019 miteinander verlobt. Er gestand den Einbruch, beharrte aber darauf, dass er ohne einen Komplizen handelte. In Glasscherben konnte die Polizei jedoch zwei verschiedene Schuhabdrücke ausmachen.

Außerdem soll das Überwachungssystem Geräusche, die nicht von dem Angeklagten stammten, und ein Flüstern aufgenommen haben. Gestohlen wurden ein Tresor mit 400 Euro Bargeld, ein Goldring und ein Platin-Brillant-Ring im Wert von mehreren tausend Euro.

Einsatz der Polizei ausgelöst: Zweiter Einbruch in Northeim ohne Erfolg

Als die ältere Dame später erneut im Krankenhaus war, wurde ein weiterer Einbruch unternommen. Dieses Mal konnte aber nichts erbeutet werden. Der 54-jährige Sohn der Geschädigten hatte inzwischen den Schmuck gesichert. Diese Tat bestritt der Angeklagte, und das Gericht musste das Verfahren einstellen.

Der 54-Jährige ließ es sich während der Verhandlung nicht nehmen, dem Angeklagten zu verraten, wo sich der vermutlich noch gesuchte wertvolle Schmuck befand: unter dem Sofa. 

Die Polizei ermittelt - Neben dem Einbruch in Northeim gehen folgende Einbrüche ebenfalls auf das Konto des Angeklagten:

  • Im Kindergarten in Langenholtensen: Der Angeklagte bestritt zwar vor Gericht die Tat, doch auf einem Lederstück unmittelbar am Einbruchsort wurde seine DNA sichergestellt.
  • Im Tower des Nordheimer Flughafens: Auch dieser Einbruch bestritt er, doch ein selbstangesprühter goldener Motorradhelm, der auf Überwachungsfotos und -videos zu erkennen war, sowie die Größe und Statur des Einbrechers, verrieten der Polizei die Identität des 51-Jährigen.

Es sei bei der Polizei Northeim bekannt, dass der Angeklagte einen solchen Helm besaß, sagte eine als Zeugin geladene Polizistin.

  • In einer Northeimer Bankfiliale: Der Angeklagte gestand diese Tat. Dort stahl er einen Laptop im Wert von 500 Euro, den er nach eigenen Angaben für 200 Euro „vertickt“ hatte.

Nach dem Einbruch in Northeim: Polizei findet die Telefonrechnung des Einbrechers

  • In einer Gartenlaube im Auewäldchen in Northeim: Der Angeklagte wurde vom Besitzer beim Einbruch überrascht. Bei seiner Flucht ließ der 51-Jährige sein Fahrrad samt Rucksack zurück. Darin konnte die Polizei eine Telefonrechnung sicherstellen, die an den Angeklagten adressiert war. Dennoch bestritt er die Tat.

Der alkoholkranke und drogensüchtige Angeklagte kommt auf über 30 Eintragungen im Zentralregister und saß insgesamt schon 20 Jahre in Justizvollzugsanstalten. 

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Auch bei weiteren Einbrüchen im Landkreis Northeim ermittelt die Polizei

Mitte Januar wurde in ein Geschäft in der Northeimer Innenstadt und ein Wohnhaus in Katlenburg eingebrochen. Auch in Sudheim soll ein Einbrecher Ende Januar in einen Betrieb eingestiegen sein. Dieser hatte sich im Bettkasten vor der Polizei versteckt.

In einer Klinik in Kassel ist eingebrochen worden. Die Diebe haben dabei einen 150 Kilogramm schweren Tresor mitgenommen. 

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