Beitragseinzug und Auszahlungen sind ausgesetzt

Feuerwehrsterbekasse im Landkreis Northeim steht vor dem Aus

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Die Sterbekasse der Feuerwehren im Landkreis Northeim wird aufgelöst.

Northeim. Die Sterbekasse der Feuerwehren im Landkreis Northeim wird aufgelöst. Das hat Kreisbrandmeister Bernd Kühle der HNA bestätigt. 

Gleichzeitig widersprach er Gerüchten, dass die Sterbekasse zahlungsunfähig sei.  „Wir sind absolut noch in der Deckung“, betonte er auf Anfrage der HNA. Allerdings könnten Auszahlungen im Sterbefall in Höhe von 400 Euro nicht mehr vollständig aus dem Beitragsaufkommen gedeckt werden, sondern es müsse dazu auch in die Rücklagen gegriffen werden.

„Wir wollen nicht in zwei, drei Jahren in die Insolvenz laufen“, sagte Kühle. Laut eines Gutachtens eines Versicherungsmathematikers sei das aber die Perspektive.

Gründe für die Schieflage der Sterbekasse sind nach Kühles Worten zum einen die anhaltende Niedrigzinsphase, die dafür sorge, dass die Einlagen keine Gewinne abwerfen, zum anderen aber auch die hohe Altersstruktur der Feuerwehren im Landkreis.

Kreisbrandmeister Bernd Kühle

Vor diesem Hintergrund habe der Vorstand der Sterbekasse den schweren Beschluss gefasst, ein genaues Gutachten darüber erstellen zu lassen, welche Summen an das einzelne Feuerwehrmitglied erstattet werden müssen. Dieses Gutachten eines Büros aus Düsseldorf soll voraussichtlich bis Ende März vorliegen. Anschließend müsse der Vorstand noch den endgültigen Auflösungsbeschluss fassen. Bis dahin hat er aber bereits sowohl die Auszahlungen als auch die Beitragserhebung ausgesetzt.

Angedacht ist nach den Worten des Kreisbrandmeisters, das Geld an die Ortswehren auszuzahlen. Diese können dann entscheiden, ob es an die Aktiven weitergeleitet oder beispielsweise für die Jugendfeuerwehr verwendet werden soll.

Eine Anhebung der Beiträge für die Sterbekasse oder die Reduzierung der Auszahlungsbeiträge sind nach Kühles Worten keine Alternative. In beiden Fällen würde sich die Mitgliedschaft schlicht nicht mehr lohnen.

Gespräche, die Northeimer Sterbekasse in die deutlich größere Sterbekasse in Bückeburg zu überführen, waren laut des Kreisbrandmeisters nicht erfolgreich. Angesichts der Altersstruktur der Mitglieder und relativ geringer Rücklagen der Northeimer Kasse hätten die Bückeburger die Übernahme abgelehnt.

Letzter Rettungsanker könnten nun noch die Städte und Gemeinden sein. Wenn sie sich mit einem Betrag pro Feuerwehraktivem an den Beiträgen beteiligen würden, wäre die Sterbekasse möglicherweise zu retten. Entsprechende Gespräche mit den Kommunen habe es noch nicht gegeben, könnten aber noch geführt werden, sagte Kühle. 

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