Leineverband warnt

Grünabfälle gehören nicht an Bachläufe - es drohen Überschwemmungen

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So soll es nicht sein: Baum- und Strauchschnitt gehören nicht an die Uferböschung

Immer wieder werden Rasenschnitt, angeschnittene Äste und Ähnliches, aber auch Bauschutt illegal an Bächen und Flüssen im Uferbereich gelagert.

Das stellen Mitarbeiter des Leineverbands regelmäßig fest. Daher warnen der Verband sowie der Landkreis Northeim Anlieger von Fließgewässern nachdrücklich vor dem Ablagern von Grünschnitt und anderem Unrat an den Ufern. Denn dies sei laut Kreisverwaltung kein Kavaliersdelikt: Es drohten Geldbußen bis zu 100 .000 Euro. Abgelagerter Unrat sei häufig verantwortlich dafür, dass Überschwemmungen infolge von Hochwasser deutlich dramatischer ausfallen als sie sein müssten, heißt es in einer Pressemitteilung des Landkreises.

Werde dieses Material bei hohen Wasserständen mitgerissen, könne es Engstellen und Brückendurchlässe verstopfen. Die Folge: Der Bach wird aufgestaut und es kommt zu Überschwemmungen. In der jüngeren Vergangenheit ist dies vermehrt aufgetreten. So hat nach den Worten von Leineverband-Geschäftsführer Jens Schatz Anfang des Sommers bei Starkregen solches Material Brücken der Gande in Olxheim und Kreiensen verstopft. Auch in der Dasseler Ortschaft Mackensen sei Ähnliches im Spüligbach passiert. Gerade weil infolge der Trockenheit in diesem und im vergangenen Jahr die Menge an Totholz – vor allem von Fichten – in den Gewässern deutlich zugenommen habe, sei das Risiko von verstopften Engstellen sowieso höher, erklärte Schatz.

Umso wichtiger sei es, dass nichts in die Bäche und Flüsse gelange, was dieses Risiko erhöhe. Die Kolonnen des Leineverbandes räumten zwar immer wieder die Gewässer frei, kämen aber kaum hinterher.

Außerdem, so Leineverbands-Chef Schatz: Auch Komposthaufen gehören nicht an Gewässerufer – nicht nur weil sie bei Hochwasser oder Starkregen fortgespült werden können. Dort würden sie nämlich ganz besonders Ratten anlocken.

Anlieger von Fließgewässern werden ermahnt, Grünschnitt und anderen Unrat an Ufern abzulagern. Wie der Leineverband mitteilte, setzt das Ablagern von Grünschnitt und anderem Unrat an einem Bachufer häufig eine Negativspirale in Gang. 

Dadurch werde die natürliche Böschungsvegetation, beispielsweise eine gesunde Grasnarbe und wassertolerante Gehölze, zerstört. Die Folgen sind instabile Böschungen. Im Bestreben, die Böschung zu sichern, wird häufig noch mehr „Sicherungsmaterial“ an das Gewässer gebracht. 

Fragen zu einer fachgerechten privaten Sicherung von Gewässerufern beantworten beim Leineverband Friderike Kutz (Telefon 05551/90815616, E-Mail: kutz@leineverband.de )oder beim Landkreis Northeim Jan Heitkamp (Telefon 05551/708189 oder per E-Mail an jheitkamp@Landkreis-northeim.de).

Der Leineverband

Der Leineverband ist für die Unterhaltung der Leine und der in sie mündenden Fließgewässer von der niedersächsischen Landesgrenze zu Thüringen bis zur Mündung der Innersten bei Sarstedt (Landkreis Hildesheim) zuständig. Das sind 93 Bäche und Flüsse mit einer Gesamtlänge von 650 Kilometern. Das mehr als 2200 Quadratkilometer große Verbandsgebiet umfasst weite Teile des Westharzes, das niedersächsische Eichsfeld, den Ostrand des Sollings sowie das Leinebergland.

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