Drei Interessenten für Betriebsübernahme

Northeim: Insolvente Schwesternstation St. Sixti hofft weiter auf Harz-Diakonie 

Insolvent: Die Sixti-Schwesternstation, hier im Bild ist die Zentrale an der Borsigstraße in Northeim zu sehen. Die Räumlichkeiten sind zum 1. Juni gekündigt. Foto: Axel Gödecke

Fast zwei Monate sind vergangen, seitdem die Schwesternstation St. Sixti GmbH Northeim Insolvenzantrag gestellt hat.

Und die Verantwortlichen der gemeinnützigen Firma sind immer noch zuversichtlich, dass der Betrieb auch nach Ablauf der dreimonatigen der Frist, in der die Arbeitsagentur die Löhne der rund 100 Mitarbeiter voll als Insolvenzgeld bezahlt, weiterlaufen wird.

Laut Anja Karow, Rechtsanwältin aus Seesen, die als vorläufige Insolvenzverwalterin bestellt wurde, gibt es drei Interessenten für eine mögliche Betriebsübernahme nach Eröffnung des ordentlichen Insolvenzverfahrens, das sie dem Gericht empfehlen werde und das dann am 1. Mai der Fall sein wird.

Unter den Interessenten für eine Übernahme befinde sich nach wie vor die ebenfalls unter dem Dach der Diakonie tätige Diakonie-/Sozialstationen Westharz gGmbH mit Sitz in Osterode.

Daneben gebe es noch zwei private Interessenten. Die Verhandlungen mit den potenziellen Übernahme-Kandidaten laufen immer noch, berichten Karow und auch der noch amtierende Geschäftsführer der Sixti-Schwersternstation, Knut Kepke, der am 2. März aus eigenem Antrieb heraus wegen drohender Zahlungsunfähigkeit den Insolvenzantrag gestellt hatte.

Er und auch Dr. Christian Steigertahl vom Sixti-Kirchenvorstand stellen zugleich klar, dass ihr Wunschkandidat für die Übernahme die Westharz-Diakonie sei. So könne sichergestellt werden, dass die tarifliche Bezahlung und die Altersversorgung der Beschäftigten ohne Verschlechterungen weiter gezahlt werden könnten.

Bekanntlich hat die Diakonie-/Sozialstationen Westharz gGmbH schon zu Jahresbeginn auch schon die Gemeindeschwesternstation in Katlenburg übernommen (HNA berichtete).

Erfreulich, so Geschäftsführer Kepke weiter, sei, dass von den 90 Kräften, die in der ambulanten Pflege (65) und der hauswirtschaftlichen Betreuung (25) der Patienten tätig seien, bislang lediglich zwei gekündigt hätten, alle anderen seien bei der Stange geblieben. Deswegen sei es auch möglich, den Betrieb der Schwesternstation für ihre derzeit 524 Patienten im Raum rund um Northeim ohne zusätzliche gravierende Einschränkungen, die die Coronakrise mit sich bringe, aufrecht zu erhalten. „Klar, dass bei den Beschäftigten die Hoffnung besteht, dass es unter dem Dach der Diakonie weitergeht, deswegen bleiben sie bei uns,“ erläutert Steigertahl, der als Mediziner natürlich weiß, wie knapp es personell um Pflegekräfte bestellt ist und wie begehrt gerade diese Fachkräfte sind.

Sollte wider Erwarten eine Betriebsübernahme bis zum 1. Juni nicht über die Bühne gehen, dann könnten die der Mitarbeiter für eine gewisse Zeit auch noch aus dem Insolvenzvermögen der GmbH weitergezahlt werden, so Knut Kepke.

Die Räumlichkeiten an der Northeimer Borsigstraße, in der die Zentrale der Sixti-Schwesternstation untergebracht ist, sind nach Kepkes Angaben übrigens zum 1. Juni gekündigt, sodass ein potenzieller Übernehmer in Northeim ein neues Domizil für einen Standort finden müsste.

Insolvenzverwalterin Anja Karow: „Wir hoffen natürlich für die Mitarbeiter und auch die Patienten auf eine schnelle und tragbare Lösung.“

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