Poller und Einbahnstraßenregelung

Das ist die Bilanz nach zwei Monaten Sperrung der Fußgängerzone in Northeim

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Nicht schön, aber wirksam: Seit Anfang Dezember sorgen Sperrpfosten dafür, dass das Durchfahren der gesamten Northeimer Fußgängerzone nicht mehr möglich ist. 

Das Aufstellen von Sperrpfosten und die neue Einbahnstraßenregelung in der Northeimer Innenstadt haben zu einer Reduzierung des Durchgangsverkehrs in der Fußgängerzone gesorgt.

Zu diesem Ergebnis kommt die Stadt Northeim zwei Monate nach Einführung der neuen Verkehrsführung. Ausschlaggebend für die Änderung waren zunehmende Klagen aus Reihen der Einwohnerschaft über Autofahrer, die sich nicht an das Durchfahrtverbot gehalten hatten.

Ziel der neuen Regelung sei es gewesen, die Fußgängerzone in einem ersten Schritt sicherer und ruhiger zu gestalten, teilte die Verwaltung hierzu auf Anfrage mit. Mit der neuen Verkehrsführung habe man zum einen die „vermeintliche Rennstrecke“ im Bereich Münster/Breite Straße entschärft. Zum anderen sollte laut Verwaltung auch erreicht werden, dass die Fußgängerzone nicht mehr über Mühlenstraße, Markt und Wieterstraße als Abkürzung genutzt werden kann.

Gleichwohl betont die Stadt, dass die Sperrpfosten lediglich als Übergangslösung zu betrachten seien. Im Rahmen der geplanten Umgestaltung der Fußgängerzone müsse über die langfristige Verkehrsführung neu nachgedacht werden. Aus Sicht der Northeimer Polizei ist es für eine abschließende Bewertung der Maßnahme noch zu früh.

„Da müssen wir erst einmal die Sommermonate abwarten“, sagt Polizeisprecher Uwe Falkenhain. Festzustellen sei aber, dass der Verkehr in der Fußgängerzone abgenommen habe.

Wenig Kritik aus Geschäftswelt

Über mögliche Probleme beim Anlieferverkehr durch wendende oder rückwärts fahrende Lastwagen gebe es bei der Polizei keine Erkenntnisse. Als einen „Käfig“ bezeichnet Doris Ohlmer, Vorsitzende des Northeimer Stadtmarketing-Vereins, den durch die Sperrpfosten begrenzten Bereich der Breiten Straße, der seit Anfang Dezember nicht mehr befahren werden kann. „Das ist einfach optisch nicht schön gelungen“, kritisiert Ohlmer.

Sie hält die Tatsache, dass der Anlieferungsverkehr zum Teil wenden oder rückwärtsfahren müsse, für problematisch. Weitere Kritik aus Reihen der Kaufleute gebe es allerdings nicht. Insbesondere in den Geschäften, die zu größeren Ketten gehören, sehe man die Neuregelung gelassen, so Ohlmer. „Die sind aus ihren Filialen in Großstädten noch ganz andere Sachen gewohnt.“

Für Hermann Jürgens, Inhaber des Hotels Schere, war die ursprünglich im Bereich Breite Straße Ost geplante Einbahnstraßenregelung in Richtung Osten zunächst ein Problem. „Die Northeimer Hotel-Route führt auswärtige Gäste aus Richtung Harztor zu uns“, beschreibt Jürgens die Situation. „Das hätte bedeutet, dass unsere Gäste nicht mehr bei uns vorfahren könnten.“ Nach einem Gespräch mit der Northeimer Stadtverwaltung habe diese nun veranlasst, die Einfahrt in die Breite Straße noch bis zum Hotel zu ermöglichen.

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