Trägerschaft für drei Kulturstätten

Landrätin verteidigt Auswahlverfahren für Geschäftsführer von neuer Gesellschaft

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Das Info-Gebäude des Römerschlachtfeldes am Harzhorn.

Northeim. Die Gesellschaft von Landkreis Northeim, Stadt Bad Gandersheim und Gemeinde Kalefeld wird bis Mitte April gegründet. Die Landrätin verteidigt das Auswahlverfahren für den Geschäftsführer.

Die Gesellschaft soll die Trägerschaft für das Museum Portal zur Geschichte, das Römerschlachtfeld am Harzhorn und die Tongrube Willershausen übernehmen. Dann soll auch der designierte Geschäftsführer der Gesellschaft, Oliver Draber, seine Arbeit aufnehmen. Das kündigte Landrätin Astrid Klinkert-Kittel am Mittwoch bei einer Pressekonferenz in Northeim an.

Die Entscheidung für Draber und die Art und Weise, wie diese zustande gekommen war, hatte insbesondere bei der CDU in Bad Gandersheim für massive Irritationen gesorgt. Timo Dröge, Fraktionschef der CDU im Rat der Kurstadt und Kreistagsmitglied, hatte die Vermutung geäußert, die beiden SPD-Bürgermeister Franziska Schwarz (Bad Gandersheim) und Jens Meyer (Kalefeld) sowie die mit SPD-Unterstützung gewählte Landrätin hätten dem Sozialdemokraten Draber, der unter anderem Geschäftsführer der sachsen-anhaltinischen SPD gewesen ist, einen Versorgungsposten verschafft. 

Im Kloster Brunshausen ist das Museum Portal zur Geschichte untergebracht.

Den Vorwurf, bei der Auswahl von Draber sei nicht alles mir rechten Dingen zu gegangen, wiesen die in der Kreisverwaltung für Personalfragen zuständigen Walter Müller und Uwe Seeger zurück. Es habe eine Ausschreibung mit klar umrissenen Anforderungen gegeben, auf die sich 18 Personen beworben hätten, von denen seien sieben zu Vorstellungsgesprächen eingeladen worden. 

Davon habe ein Bewerber abgesagt, sodass letztlich sechs Bewerbungsgespräche stattgefunden hätten. Das fünfköpfige Auswahlgremium, zu dem neben Müller und Seeger eine weitere Mitarbeiterin der Kreisverwaltung sowie die Bürgermeister Schwarz und Meyer gehört hätten, habe sich einstimmig für Draber als der geeigneteste Kandidat ausgesprochen. Der Zweitplatzierte sei zum möglichen Nachrücker erklärt worden. 

Fossilie aus der Tongrube Willershausen.

Landrätin Astrid Klinkert-Kittel betonte, die Gesellschafterversammlung der gGmbH, müsse die Bestellung von Draber noch bestätigen. Ihr gehören je drei Mitglieder der Räte von Bad Gandersheim und Kalefeld sowie des Kreistags an. Die drei Gremien müssen noch Weisungsbeschlüsse fassen, wie ihre Vertreter abstimmen sollen. Der Kreistag werde das in seiner Sitzung am Freitag kommender Woche tun. 

Oliver Draber: Der 47-Jährige aus Börßum (Landkreis Wolfenbüttel) soll Geschäftsführer der gGmbH mit dem Arbeitstitel Living History werden, die das Portal zur Geschichte, das Harzhorn und die Tongrube Willershausen betreiben soll. 

Kreistagsmitglied Lothar Baumelt (Northeim 21) kritisierte, bei der Personalauswahl hätten Vertreter der Räte und des Kreistags beteiligt werden müssen. Der Erste Kreisrat des Landkreises, Jörg Richert, wies das als nicht praktikabel zurück. Außerdem umfassten die Gründungsbeschlüsse für die gGmbH, welche die drei Gremien im vergangenen Sommer gefasst haben, auch den Auftrag an die Landrätin, alle erforderlichen Vorbereitungen für die Gründung zu treffen. Dazu gehöre auch die Auswahl des künftigen Geschäftsführers.  Damit die Gesellschaft nicht zunächst mit einem Not-Geschäftsführer gegründet werden müsse – ohne Geschäftsführer ist eine Gründung juristisch nicht möglich –, habe man dieses Vorgehen gewählt. 

Trotz dieser negativen Begleittöne betonte Draber in der Pressekonferenz: „Ich freue mich riesig auf den Job.“ Der Diplom-Verwaltungswirt sagte, er habe Erfahrungen im Bereich der interkommunalen Zusammenarbeit und im Regional-Management. Der Zusammenschluss der beiden Gemeinden und des Landkreises, um die Vermarktung der drei touristischen Ziele voranzubringen sei, ein „ganz, ganz kluger Weg“.

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