Kreisverwaltung betont, es habe keine Patientengefährdung gegeben

Im Landkreis Northeim gab es Lücken im Notarzt-Dienstplan

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Symbolbils

Bei der Notarztversorgung durch den Landkreis Northeim kam es zu Lücken im Dienstplan. Der Ärztliche Leiters des Rettungsdienstes weist die Kritik zurück.

  • Im Landkreis Northeim gibt es Lücken im Notarzt-Dienstplan.
  • Eine Gefährdung von Patienten besteht dadurch nicht. 
  • Honorarärzte helfen aus. 

Bei der Notarztversorgung durch den Landkreis Northeim gibt es keine Anlaufschwierigkeiten. Das hat der Ärztliche Leiter des Rettungsdienstes, Dr. Bodo Lenkewitz, betont. Er reagierte damit auf Vorwürfe, es gebe massive Probleme.

Der Landkreis betreibt die Notarztversorgung seit Jahresanfang selbst. Zuvor war sie vertraglich an die Kliniken in Northeim, Bad Gandersheim und Einbeck übertragen. Der Notarztstandort in Bollensen wurde bisher allein mit Honorarärzten besetzt.

Notarzt-Dienstplan: Lenkewitz räumt Schwierigkeiten ein

Lenkewitz räumte ein, dass es am 8. Januar in Einbeck und am vergangenen Montag in Bad Gandersheim Schwierigkeiten gegeben habe. Eine Patientengefährdung habe aber zu keinem Zeitpunkt bestanden.

Dr. Bodo Lenkewitz,Ärztlicher Leiter des Rettungsdienst im Landkreis Northeim

In Einbeck konnte nach seinen Worten ein Notarztdienst nur dadurch besetzt werden, dass ein Arzt, der nahe des Bürgerspitals wohnt, den Dienst von zu Hause wahrgenommen habe. 

„Wir mussten wählen, zwischen einem guten Arzt, den wir kennen, und einem unbekannten von der Notarztbörse“, erklärte Lenkewitz, wieso man diesen Weg gewählt habe. 

Bei den Medizinern der Notarztbörse, einem Unternehmen, das sich auf die Vermittlung von Notärzten spezialisiert habe, sei häufig im Vorfeld unklar, was die vermittelten Mediziner können.

Auch in Bad Gandersheim Probleme

Auch in Bad Gandersheim habe man den Notarztdienst nicht besetzen können. Die Notarztbörse, die darauf spezialisiert sei, bundesweit kurzfristig Notärzte zu vermitteln, habe niemanden vermitteln können, der bereit gewesen wäre, nur für eine Zwölf-Stunden-Schicht zu kommen.

Dort seien deshalb die Notärzte aus Seesen und Einbeck bei zwei Einsätzen eingesprungen. Angesichts der im Herbst geschlossenen Kooperation mit dem Landkreis Goslar, künftig den Bereich Bad Gandersheim/Seesen von der Kurstadt aus zu versorgen, sei die Unterstützung über die Kreisgrenze auch kein Problem, da der Kreis Goslar den Notarztstandort Seesen noch nicht aufgelöst habe.

Acht Notärzte angestellt

Lenkewitz und der erste Kreisrat, Jörg Richert, verteidigten die Übernahme der Notarztversorgung durch den Landkreis. Es sei gelungen, hervorragend geeignete Ärzte zu gewinnen. 

„Wenn wir nicht-qualifizierte Ärzte einsetzen würden, könnten wir alle nicht gut schlafen“, sagte Richert. Schließlich wäre der Landkreis Northeim dann im Falle eines Fehlers bei der Versorgung eines Patienten in der Haftung. 

Lenkewitz betonte, dass acht Notärzte, die der Landkreis angestellt hat, alle die notwendigen Qualifikationen haben und über große Erfahrung verfügen. Fünf hätten Luftrettungserfahrungen, drei sogar Weiterbildungsermächtigung. 

Allein dass diese Ärzte nun die Hälfte aller Dienste übernehmen und die übrigen von 40 Honorarärzten bestritten werden, sei eine Verbesserung der Situation, betonte Lenkewitz. Bisher hätten sich 60 Ärzte die Notarztdienste geteilt. 

Kreisrat Richert kündigte an, dass der Landkreis weiter sowohl nach Ärzten suchen werde, die eine Festanstellung als Notarzt suchen, als auch nach Medizinern, die auf Honorarbasis einzelne Dienste übernehmen könnten. 

Bewerber sind wieder abgesprungen

Für die Notarztversorgung hatte der Landkreis im vergangenen Mai 7,5 Notarztstellen ausgeschrieben. Von 17 Bewerbern wurden nach Lenkewitz’ und Richerts Worten zwölf zum Bewerbungsgespräch vor dem Personalausschuss des Kreistags eingeladen. Von den dabei acht ausgewählten Medizinern seien kurz vor Vertragsbeginn zwei aber wieder abgesprungen. 

Die Lücken in den Dienstplänen der Notarztstandorte Einbeck und Bad Gandersheim seien auch darauf zurückzuführen. Nach einer zweiten Ausschreibung sind weitere vier Ärzte ausgewählt worden, von denen wiederum zwei absagten. 

Die anderen beiden werden nach den Worten von Richert am 1. Februar beziehungsweise am 1. Mai ihre Arbeit beginnen. 

Honorarärzte helfen beim Notaztdienst aus

Neben den festangestellten Medizinern nutzt der Landkreis außerdem 40 Honorarärzte. Diese arbeiten in Krankenhäusern oder in Praxen und übernehmen daneben Notarztdienste. 

Auch sie, so erklärt Lenkewitz, hätten alle die notwendigen Qualifikationen nachgewiesen.  So viele seien notwendig, um an allen vier Notarztstandorten im Landkreis (Northeim, Bad Gandersheim, Einbeck und Bollensen) die Dienste abzudecken. 

Dienstplan-Aufstellung ist die "große Kunst"

Trotzdem nennt Lenkewitz das Erarbeiten der Dienstpläne, die quartalsweise aufgestellt werden, „große Kunst“. Denn häufig komme es zu Kollisionen mit den kurzfristiger erarbeiteten Dienstplänen der Krankenhäuser, sodass dort tätige Honorarärzte zugesagte Dienste nachträglich dann wieder absagen müssten. 

Ein Notarztdienst dauert in der Regel 24 Stunden. Um aber die Honorarärzte nicht nur an den Wochenenden einsetzen zu können, sondern auch werktags, gebe es auch Zwölf-Stunden-Dienste, erläuterte Lenkewitz.

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