Von 235 runter auf 120 Kilogramm

Runter mit den Kilos: Mann verlor in zwei Jahren Hälfte seines Gewichts

+
Marc Gwisdorf vor zweieinhalb Jahren und heute - Der Bauch ist verschwunden.

Northeim. Marc Gwisdorf wog 235 Kilogramm und hat mit viel Sport und einer konsequenten Ernährungsumstellung 120 Kilogramm abgenommen. Es begann mit einem Cola-Entzug.

Northeim. Es ist Ende 2012, als die Hausärztin dem damals 36-jährigen Marc Gwisdorf prophezeit: „Wenn Sie jetzt nichts machen, sind sie in zwei Jahren tot.“ Die Reaktion des Northeimers, der zu diesem Zeitpunkt 235,4 Kilogramm bei einer Größe von 1,80 Meter wiegt: „Ich habe angefangen zu lachen.“

Der Northeimer leidet nicht nur unter seinem extremen Übergewicht, sondern auch an Diabetes und Bluthochdruck, Herz und Nieren arbeiten nicht mehr richtig.

Doch die Ärztin lässt nicht locker: Sie ruft die Ehefrau, Brigitte Gwisdorf-Menanteau, an und berichtet ihr vom bedrohlichen Gesundheitszustand ihres Mannes. Als Brigitte abends von der Arbeit nach Hause kommt, spricht sie ihren Mann darauf an. „Wir haben uns heftig gestritten. Marc hat so getan, als ob das alles Blödsinn ist.“ Eine Woche dauert es, dann kommt von ihrem Mann selbst der Impuls: Es muss endlich etwas passieren. 

Doch der Weg zu dieser Einsicht dauert viele Jahre, ist gepflastert von Unmengen an Essen („Ich liebe Spaghetti Bolognese!“), Süßigkeiten und täglich fünf Liter Cola.

Marc Gwisdorf vor zweieinhalb Jahren.

Schon als Kind ist der Northeimer dick. Er wird gehänselt, hat kaum Freunde. Der Junge hat dafür eine Lieblingsbeschäftigung: Essen - auch als Jugendlicher und als Erwachsener. Immer wieder versucht er, abzunehmen. Ohne Erfolg. Und Sport ist für Gwisdorf eine Horrorvorstellung. Heute wiegt der 39-Jährige gut 120 Kilogramm weniger, macht fast jeden Tag Sport, ernährt sich gesund und hat die zahlreichen Nebenerkrankungen seines extremen Übergewichts fast komplett besiegt.

Zu verdanken hat er das eigentlich einem Zufall: Im Frühjahr 2013 trifft er zufällig seinen alten Bekannten Dimo Emmermann in der Stadt. Der ist Fitnesstrainer, gesund und durchtrainiert. „Da trafen echt zwei Welten aufeinander“, sagt Gwisdorf grinsend.

Emmermann fragt ihn direkt, ob er nicht endlich mal etwas an seinem Zustand ändern will. Gwisdorf will und verabredet sich mit ihm im Fitnessstudio „Realize“, das Emmermanns Eltern Rolf und Sabine seit Jahren in Northeim betreiben.

Ab sofort dreht sich bei Marc Gwisdorf alles um Sport und eine konsequente Ernährungumstellung: Um die kümmert sich Julia Bothe, Fitnessökonomin und Lebensgefährtin von Dimo Emmermann. Die sagt rückblickend: „Das war bis jetzt mein härtester Fall, an Marc habe ich mir die Zähne ausgebissen.“

Cola-Entzug

Als erstes setzt sie ihren Schützling auf „Cola-Entzug“: Gwisdorf: „Ich habe gezittert und hatte Schweißausbrüche“. Dimo Emmermann wettet, dass er seinen bis dato noch über vier Zentner schweren Schützling in nicht all zu langer Zeit auf den Schultern aus dem Fitnessstudio tragen wird. Das glaubt Gwisdorf nicht und schlägt ein. Allein die Vorstellung ist für ihn völlig utopisch. Die Wette hat er übrigens verloren...

Immer an Gwisdorfs Seite: Ehefrau Brigitte Gwisdorf-Menanteau. Sie sind seit über 20 Jahren ein Paar, seit 14 Jahren verheiratet. Sie achtet ab sofort vor allem auf die Ernährung ihres Mannes. Drei bis vier Mal pro Woche wird Sport gemacht.

Nach der ersten extremen Gewichtsabnahme muss Gwisdorf in einer mehrstündigen Operation eine riesige Hautschürze am Bauch entfernt werden, weil sich in der Hautfalte Exzeme gebildet haben. Zwei Operationen stehen noch an. 

„Das kriegen wir alles zusammen hin“, ist Ehefrau Brigitte überzeugt. Sie ist Julia Bothe und Dimo Emmermann, die sich inzwischen mit ihrer Firma „Rockfit Northeim“ selbstständig gemacht haben, unendlich dankbar, zumal sie selbst „ganz nebenbei“ 30 Kilogramm abgenommen hat.

Und Marc Gwisdorf? Er ist zwar sichtlich glücklich, aber keiner, der vor Freude über seine Abnahme einen Kopfstand macht. Denn eines hat er nicht vergessen: „Eigentlich wäre ich jetzt tot“.

www.rockfit-northeim.de

Schlagworte zu diesem Artikel

Kommentare

Unsere Kommentarfunktion wird über den Anbieter DISQUS gesteuert. Nutzer, die diesen Dienst nicht verwenden, können sich hier über das alte HNA-Login anmelden.

Hinweise zum Kommentieren:
In der Zeit zwischen 17 und 9 Uhr werden keine neuen Beiträge freigeschaltet.

Auf HNA.de können Sie Ihre Meinung zu einem Artikel äußern. Im Interesse aller Nutzer behält sich die Redaktion vor, Beiträge zu prüfen und gegebenenfalls abzulehnen. Halten Sie sich beim Kommentieren bitte an unsere Richtlinien: Bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht. Bitte halten Sie sich bei Ihren Beiträgen an das Thema des Artikels. Lesen Sie hier unsere kompletten Nutzungsbedingungen.

Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach drei Tagen geschlossen.