Landgericht Göttingen

Northeim: Vater wegen Missbrauchs und Kinderpornografie vor Gericht

Göttingen / Einbeck. Weil er seine drei leiblichen Kinder und ein Nachbarskind sexuell missbraucht haben soll, muss sich seit Montag ein 36-jähriger Familienvater aus Einbeck (Kreis Northeim) vor dem Landgericht Göttingen verantworten.

Die angeklagten Taten erstrecken sich über einen Zeitraum von zehn Jahren. Die erste Tat soll der Angeklagte Anfang 2004 begangen haben, als sein ältester Sohn drei Wochen alt war. Auch die beiden später geborenen Kinder soll er bereits als Säugling missbraucht haben. Der Vater habe in Kauf genommen, dass seine Kinder durch die Taten in ihrer körperlichen und seelischen Entwicklung erheblich geschädigt werden könnten, heißt es in der Anklage. Vor einem Jahr soll er sich zudem an einem eineinhalb Jahre alten Nachbarsjungen vergangen haben. Die Ermittler waren dem 36-Jährigen bei der Auswertung eines sichergestellten Rechners eines Tauschpartners sowie verdeckten Internet-Recherchen auf die Spur gekommen.

Aktualisiert um 14.52 Uhr.

Mitte Juni nahm ihn die Polizei in seiner Wohnung fest. Er kam zunächst in Untersuchungshaft, seit Oktober ist er im Maßregelvollzugszentrum für psychisch kranke Straftäter in Moringen untergebracht. Zuvor hatte ein vorläufiges psychiatrisches Gutachten dem Angeklagten eine schwere seelische Störung attestiert. Deshalb sei nicht auszuschließen, dass der 36-Jährige zumindest einen Teil seiner Taten im Zustand erheblicher verminderter Schuldfähigkeit begangen habe. Das Gericht wird daher auch der Frage nachgehen, ob der Angeklagte aufgrund seiner Störung eine Gefahr für die Allgemeinheit darstellt und dauerhaft in einem psychiatrischen Krankenhaus untergebracht werden muss. Da in der Verhandlung schutzwürdige Interessen der Opfer behandelt werden, schloss die Kammer nach Verlesung der Anklage die Öffentlichkeit aus. Das Urteil soll voraussichtlich Mitte Dezember verkündet werden. (pid)

Rubriklistenbild: © picture alliance / dpa

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